Erneut gibt es Aufregung um das Gewehr M7, das bei Einheiten der U.S. Army mit unmittelbarem Kampfauftrag den Karabiner M4 ablösen soll. Kürzlich wurde bekannt, dass die Waffe im Juli aus einer Liste von Testprogrammen des Office of the Director, Operational Test & Evaluation (DOT&E) gestrichen wurde. Das DOT&E wurde 1983 vom US-Kongress eingerichtet, um Erprobungen innerhalb militärischer Beschaffungsmaßnahmen zu überwachen. Zudem führt es eigene Tests von Waffensystemen unter realistischen Bedingungen durch und berichtet dem Kongress zu ihrer Einsatztauglichkeit.
Nach Medienberichten ist das M7 eines von 99 Systemen, die zwischen Mai und August von der Vorhabenliste genommen wurden, nachdem Verteidigungsminister Pete Hegseth im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen zu Beginn seiner Amtszeit mehr als die Hälfte der Stellen des DOT&E gestrichen hatte. Kritik an diesem speziellen Punkt entzündete sich auch daran, dass gravierende Probleme bei der Einführung des Vorgängersystems M16 während des Vietnamkrieges einer der Gründe für die Einrichtung der Stelle waren.
M7 steht ohnehin in der Kritik
Laut Angaben aus dem Verteidigungsministerium wurde die Bewertung der Feuerleitung des M7 von der Liste genommen, da Personal von DOT&E bereits ausführliche Gebrauchstests der U.S. Amy zwischen Oktober 2023 und 2024 beobachtet habe. Mit dessen Berichten als Teil des Einführungsprozesses seien die Vorgaben des Kongresses erfüllt. DOT&E werde außerdem die 6,8-mm-Munition für das M7 bei bevorstehenden Tests im scharfen Schuss bewerten.
Bisher hat die Waffe begrenzte Truppenversuche einschließlich Tests unter arktischen Bedingungen und bei Luftlandungen, logistische Demonstrationen und eine Nutzungsbewertung durchlaufen. Tropentests sind für das Haushaltsjahr 2026 vorgesehen. Kritiker bemängeln, dass die vom Heer zusammen mit Hersteller SIG Sauer durchgeführten Erprobungen nicht unabhängig genug seien, um die bestmögliche Leistung unter Einsatzbedingungen zu gewährleisten.
Erst kürzlich kritisierte das Studienpapier eines Army-Offiziers das Next Generation Squad Weapons (NGSW)-Programm, das außer dem M7 noch das leichte Maschinengewehr M250 im selben Kaliber 6,8 x 51 mm umfasst. Laut Captain Braden Trent leidet dieses an Zuverlässigkeitsproblemen, einschließlich Hülsenreißern, übermäßigem Rohrverschleiß und regelmäßigem Versagen wichtiger Teile durch die hohen Betriebsparameter. Trent bemängelte bei der Präsentation seiner als Austauschstudent an der Expeditionary Warfare School des U.S. Marine Corps entstandene Arbeit zudem Masse und Rückstoß der Waffen.
Stefan Axel Boes






