Die U.S. Army drängt nach Berichten von der gegenwärtigen Ausstellung der Association of the U.S. Army (AUSA) in Washington D.C. darauf, noch im laufenden Jahr einen ersten Prototypen der nächsten Version des Kampfpanzers Abrams zu erhalten. Demnach hatte das zuständige Program Executive Office for Ground Combat Systems (PEO-GCS) im Frühling 2024 noch erklärt, dass der M1E3 nicht vor 2032 erscheinen werde. Die Army verlangte dagegen ein erstes Fahrzeug bis Ende 2025 und einen Zug von vier Panzern bis Ende 2026.
Dabei sollten die üblichen Programmprüfschritte nicht berücksichtigt werden, um den Entwicklungsprozess durch Feedback aus der Truppe insgesamt zu beschleunigen. Auch sollten Komponenten durch kommerzielle Anbieter parallel zum Hauptauftragnehmer General Dynamics Land Systems produziert werden. Nunmehr soll noch im Dezember ein „Vor-Prototyp“ zur Verfügung stehen, der möglicherweise einen Motor von Caterpillar und ein Getriebe des spanisch-amerikanischen Herstellers SAPA enthalten, aber nicht alle Fähigkeiten des Serienmodells besitzen wird.
Treibstoffeffizenter, aber nicht schwerer als der Ur-Abrams
Der M1E3 soll unter anderem einen Hybridantrieb statt der bisherigen Gasturbine mit hohem Treibstoffverbrauch haben. Dadurch soll sich die Effizienz um 40 Prozent verbessern. Vermutlich wird auch eine neue Hauptwaffe mit Automatiklader statt der bisherigen 120-mm-Glattrohrkanone zum Einsatz kommen, um die Besatzung von vier auf drei Mann zu verringern und damit den Turm zu verkleinern. Zu den wichtigsten Forderungen gehört die Gewichtsbegrenzung auf 54 Tonnen wie beim Ur-Abrams. Die bislang neueste Version M1A2 SEPv3 wiegt dagegen knapp 67 Tonnen.
Dazu soll es auch eine integrierte modulare Panzerung und ein abstandsaktives Schutzsystem geben. Der Schutz soll zudem durch niedrige Signaturen, die Wirkung durch fortschrittliche Munitionssorten, Sensoren und Feuerleitsysteme erhöht werden. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und Netzwerkfähigkeit, einschließlich dem Zusammenwirken mit unbemannten Systemen, gilt als sicher. 2023 hatte die U.S. Army eine weitere Kampfwertsteigerung des M1A2 zur Version SEPv4 zugunsten des vollen Generationenwechsels zum M1E3 aufgegeben.
Stefan Axel Boes









