StartMobilitätBundeswehr erhält A/C-Aufklärungs-MUNGO

Bundeswehr erhält A/C-Aufklärungs-MUNGO

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Nachdem die 25-Mio-Euro-Vorlage am 5. Juni 2019 die zuständigen Bundestagsausschüsse für Verteidigung und für den Haushalt passiert hat, erhält die Bundeswehr für rund 55 Millionen Euro zehn leichte, luftverladbare Aufklärungssysteme gegen atomare und chemische Kontaminationen. Neun Systeme werden neu gebaut und das Vorserienmodell wird auf den aktuellen Stand genbracht. Der Auftrag umfasst auch die Lieferung von Ersatzteilen, Sonderwerkzeugen und die Ausbildung von Besatzungen und Instandsetzungspersonal.

Trägerfahrzeug ist das von Krauss-Maffei Wegmann hergestellte Einsatzfahrzeug Spezialisierte Kräfte (ESK) Mungo, das seit 2005 in der Bundeswehr im Einsatz ist. Für die Spürfahrzeuge wird die Version Mehrzweck mit Großraumkabine (Mungo 3) verwendet, die für die Aufnahme von Rüstsätzen ausgelegt ist. Bei einem Gesamtgewicht von 5,3 Tonnen kann eine Nutzlast von 1,9 Tonnen eingebracht werden. Hierfür steht eine Kabinenvolumen von sieben m³ zur Verfügung. Mit 4,48 m Länge, 1,94 m Breite und 2,44 m Höhe kann der Mungo A/C Spür in der CH-53, CH-47, Lockheed C-130, C-160 Transall und der A400M transportiert werden.

Der A/C-Spür-Einbau- und Gerätesatz enthält u.a. eine Strahlenspürausstattung, ein mobiles Massenspektrometer, ein Doppelradspürgerät sowie Wettersensoren. Die dreiköpfige Besatzung (Kommandant, Kraftfahrer, Spürer) kann in der durchgehenden und komplett geschützten Großraumkabine mit der leichten A/C-Aufklärungsausstattung Bedrohungen durch atomare und chemische Kampfstoffe oder vergleichbare industrielle Gefahrenpotenziale aufspüren und identifizieren. Dazu müssen die Insassen das Fahrzeug nicht verlassen.

MUNGO A C Aufklärung 1
In Staukästen am Heck sind die Markierungsausstattung und Gerätekoffer. In der Mitte das hochgeklappte Doppelradspürgerät. (Foto: KMW)

Stellt die Besatzung eine Bedrohung durch atomare oder chemische Kampfstoffe fest, setzt sie über ein weiteres System Markierungen am Boden ab und warnt so nachfolgende Truppenteile vor der jeweiligen Gefahr. Zusätzlich kann die Besatzung mit ihren Systemen alle relevanten Wetterdaten sammeln. Zur Kommunikation ist der Mungo A/C Spür mit taktischen Funkgeräten (HRM 7400, SEM 90) an das Führungs- und Informationssystem des Heeres (FüInfoSys Heer) angebunden. Ob weitere (ggfs. auch digitale) Funkgeräte hinzukommen, ist nicht veröffentlicht.

Angetrieben von einem 78 kW Dieselmotor erreicht der Mungo eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und einen Fahrbereich von 500 km. Mit seinem Allradantrieb, der hohen Endgeschwindigkeit und seinem kleinen Wendekreis ist der Mungo A/C Spür sehr mobil. In Kombination mit seinem gehobenen Schutzniveau bietet das Fahrzeug so gute Fahrvoraussetzungen auf oder abseits von Straßen. Aufgrund seiner Abmessungen ist der Mungo A/C Spür außerdem für den Einsatz auf engen Fahrwegen geeignet.

Mit dem Mungo A/C-Spür erhält die Bundeswehr die Fähigkeit zur weiträumigen Aufklärung von atomaren und chemischen Kontaminationen. Gleichzeitig werden auch die Anforderungen an Mobilität und Schutz des Aufklärungssystems erfüllt, um die Soldaten der Division Schnelle Kräfte bei der nationalen Krisenvorsorge und bei luftbeweglichen Operationen zu unterstützen.

Der Beschaffungsvertrag mit dem Hersteller KMW wird in den nächsten Tagen abgeschlossen.

Gerhard Heiming