Boris Pistorius hat die diesjährige traditionelle Sommerreise des Bundesverteidigungsministers mit Besuchen an diversen Standorten der Bundeswehr begonnen. Startpunkt war am Montag dieser Woche das Taktische Luftwaffengeschwader 71 “Richthofen“ in Wittmund, gefolgt von der Marineoperationsschule in Bremerhaven und am Dienstag dem Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst „Ostfriesland“ in Leer. Am Mittwoch machte der Minister Station bei der Heimatschutzdivision und dem Wachbataillon in der Berliner Julius-Leber-Kaserne.
Dabei verlieh er dem Wachbataillon auch als erstem Verband der Bundeswehr das Fahnenband des Bundesministeriums der Verteidigung. In seiner anschließenden Rede betonte er die Doppelfunktion des Bataillons als Protokoll- und Sicherungsverband. „Sie kämpfen und schützen, wenn es ernst wird“, so der Minister zu den Soldatinnen und Soldaten. „Sie sind deshalb beides, die Visitenkarte unseres Landes und zugleich ein Teil seines Schutzschildes. Und diese doppelte Verantwortung macht Ihren Verband innerhalb der Bundeswehr buchstäblich einzigartig.“

Am Donnerstag verschaffte sich Pistorius einen persönlichen Eindruck von der aktuellen Leistungsfähigkeit des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit in Celle. Als zentrale Ausbildungseinrichtung des Heeres dient dieses der Truppenausbildung von nationalen und internationalen Kräften im gesamten Spektrum luftbeweglicher Operationen. Hauptnutzer ist die Division Schnelle Kräfte. Aber auch die Objektschützer der Luftwaffe, Marineinfanterie oder beispielsweise Verbände der Jäger oder Gebirgsjäger trainieren regelmäßig in Celle.
Verteidigungsminister bemängelt Lieferverzögerung der Industrie
Nach der Begrüßung und einem Gespräch mit dem Kommandeur Oberst Sönke Schmuck machte sich der Verteidigungsminister ein Bild von der simulationsgestützten Ausbildungslandschaft. Neben der Vorstellung moderner Ausbildungstechnologie wurde eine Lage mit mehreren Luftfahrzeugen in Virtual Battle Space 4 dargestellt. Im Anschluss folgte eine Gesprächsrunde mit Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Anschließend ging es weiter zum binationalen deutsch-niederländischen Panzerbataillon 414. Nach der Begrüßung und einem Gespräch mit dem Kommandeur Oberstleutnant Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, führte der Minister Pistorius Gespräche mit den Soldatinnen und Soldaten des Verbandes. Anschließend demonstrieren diese Teile ihrer Leistungsfähigkeit im Rahmen einer praktischen Vorführung. Zusätzlich wurde in Lohheide an diesem Tag ein neues Großgerät der Landstreitkräfte vorgestellt: der Schwere Waffenträger Infanterie auf Basis des GTK Boxer.
Anschließend erklärte Pistorius allerdings vor der Presse, dass die Ausbildung auf diesem System mit Verspätung beginnt, weil die Industrie acht Fahrzeuge nicht rechtzeitig geliefert habe. „Wir sind zu diesen Fragen mit der Industrie in sehr, sehr engem Austausch“, so der Minister. Solche Lieferverzögerungen müssten die absolute Ausnahme sein. Geplant seien elf weitere Fahrzeuge bis Ende 2026, und die müssten rechtzeitig kommen: „Wir werden die Industrie an unsere Absprachen noch einmal erinnern.“

Nächste Stationen: Unna, Ohrdruf und Külsheim
Am kommenden Dienstag ist Pistorius beim Versorgungsbataillon 7 in Unna, dem logistischen Rückgrat der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Nachschub, Transport und Instandsetzung gehören zu den Hauptaufgaben des Verbandes. Er versorgt Gefechtsverbände mit Verbrauchsgütern wie Munition, Betriebsstoffen, Ersatzteilen und Verpflegung. Mit Lkws oder Schwerlasttransportern transportiert er beinahe alles – von der Wasserflasche bis zum Gefechtsfahrzeug. Mit spezieller Ausrüstung und Ausbildung setzen die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons Waffensysteme und Fahrzeuge instand. Das dafür genutzte Großgerät wird bei einer Vorführung vorgestellt.
Am Mittwoch folgt ein Besuch des Ministers beim Heimatschutzregiment 5 in Ohrdruf. Das Regiment besteht, wie alle Regimenter der Heimatschutzdivision, zum überwiegenden Teil aus Reservistinnen und Reservisten. Neben Gesprächen mit dem Kommandeur des Heimatschutzregiments, Oberst Siegfried Zeyer, steht auch hier der Austausch mit Soldatinnen und Soldaten im Mittelpunkt.
Am Donnerstag, den 23. Juli ist Pistorius dann beim Transporthubschrauberregiment 30 „Tauberfranken“ auf dem Übungsplatz in Külsheim. Der Heeresfliegerverband aus Niederstetten stellt aktuell einen Hubschraubereinsatzverband für die NATO auf und bereitet sich auf eine Zertifizierungsübung vor. Neben Gesprächen mit dem Regimentskommandeur Oberst Roger Kahle-Specht und den Soldatinnen und Soldaten des Verbandes wird dem Verteidigungsminister auch ein Konturenflug der Transporthubschrauber vom Typ NH90 demonstriert.
Redaktion/sab











