Rheinmetall hat erstmals Artilleriemunition aus dem neuen „Werk Niedersachsen“ in Unterlüß an die Ukraine geliefert. Bisher kamen die Lieferungen aus anderen Standorten des Rheinmetall-Produktionsnetzwerks. Die erstmalige Lieferung aus Unterlüß umfasste Geschosse in einer niedrigen fünfstelligen Anzahl, dazu kommen noch Treibladungen aus anderen Standorten. Die Geschosse des Typs RH1412 sind laut Hersteller das neueste Produkt aus dem Rheinmetall-Artillerieportfolio. Sie ließen sich aus einer Vielzahl von 155-mm-Waffensystemen verschießen und böten eine hohe Reichweite und Wirkung.
Bereits über die Hälfte des Auftrags sei ausgeliefert. Die restlichen Geschosse und Treibladungen sollten bis Ende 2026 folgen. Schon Anfang Juni hatte Rheinmetall auch eine Lieferung von mehreren tausend 155-mm-Geschossen des des Typs ER02A1 B/B von Rheinmetall Expal Munitions in Spanien und modularen Treibladungen des Typs DM72 von der Nitrochemie gemeldet. Hier hatte ein NATO-Staat den Auftrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, der im zweiten Quartal 2026 eingebucht wurde, erteilt.
Rheinmetall baut Kapazitäten für Artilleriemunition weiter aus
Ende Juni hatte Rheinmetall zudem eine nahezu gleichlautende Mitteilung über die Lieferung einer niedrigen fünfstelligen Zahl von Geschossen und zugehörigen Treibladungen abgegeben, die offenbar von der Ukraine selbst beauftragt wurde. Auch hier handelte es sich um Munition des Typs ER02A1 B/B aus Expal-Fertigung, deren Produktion bis zum ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein solle.
Rheinmetall investiert weiterhin stark in die Kapazitätserweiterung bestehender Anlagen und den Aufbau neuer Fertigungsstätten, um die wachsende Nachfrage nach modernen 155-mm-Geschossen und Treibladungen bedienen zu können. Der Technologiekonzern mit Sitz in Düsseldorf baut seit 2022 seine Produktionskapazitäten aus und strebt bis 2030 eine Produktion von rund 1,5 Millionen 155-mm-Artilleriegeschossen pro Jahr an.
Redaktion/sab










