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Excalibur-Geschosse für das niederländische Heer

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Die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) hat mitgeteilt, dass die U.S.-Regierung den Kaufantrag der niederländischen Regierung über 199 Excalibur-Geschosse genehmigt hat. Demnach erhält das niederländische Heer 199 taktische Geschosse Excalibur Increment IB mit der amerikanischen Bezeichnung M982AI. Die Programmkosten werden mit rund 37 Millionen Euro angegeben und schließen technische Unterstützung, Ausbildung, Sonderwerkzeuge und weiteres logistisches Gerät ein.

Das Excalibur-Geschoss gehört zur Klasse der präzisionsgelenkten Artilleriemunition. Das Geschoss wurde von Raytheon und Bofors gemeinsam entwickelt und ist erstmals 2012 von der U.S. Army in Afghanistan eingesetzt worden. Das 155-mm-Geschoss hat einen Base-Bleed-Antrieb zur Reichweitenerhöhung (über 40 km) und an der Geschossspitze Steuerflächen zur Lenkung des Geschosses im Endanflug. Die Lenkung basierend auf GPS-Daten beginnt auf dem Höhepunkt der ballistischen Flugbahn und ermöglicht eine präzise Steuerung ins Ziel. Abgefeuert in der oberen Winkelgruppe können in urbanem Umfeld Ziele hinter hohen Gebäuden bekämpft werden. Durch die erreichte Genauigkeit von deutlich unter fünf Metern werden Kollateralschäden vermieden.

Die U.S. Army und andere Nutzer haben in verschiedenen Einsatzgebieten bisher über 1.400 Schuss Excalibur abgefeuert. Dabei haben sich die Erwartungen bestätigt. Nach Angaben der U.S. Army konnte der Munitionsverbrauch auf ein Siebtel verringert werden. Dies macht den höheren Beschaffungspreis wett und verringert den Transportbedarf.

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In den Niederlanden soll Excalibur mit der Panzerhaubitze (PzH) 2000 NL verschossen werden, die für das NATO Standard-Kaliber 155 mm ausgelegt ist. Die PzH2000 ist ein Gemeinschaftsprodukt von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall, wurde 1998 in die Truppe eingeführt und ist neben Deutschland und den Niederlanden in fünf weiteren NATO-Staaten sowie Katar verbreitet.

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Raytheon hat Excalibur weiterentwickelt und im Februar 2020 über die Version Excalibur S berichtet, die einen semi-aktiven Lasersucher erhalten hat. Damit konnten bewegte, 3 x 3 Meter große Ziele bekämpft werden.

Gerhard Heiming