StartMobilitätEntwicklung eines europäischen unbemannten Bodensystems

Entwicklung eines europäischen unbemannten Bodensystems

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Im European Defence Industrial Development Programme (EDIDP) der Europäischen Kommission ist ein Konsortium mit mehreren großen Verteidigungs-, Kommunikations- und Cybersicherheitsunternehmen sowie Mittelständlern aus dem Hochtechnologie-Bereich mit der Entwicklung eines integrierten, modularen, unbemannten Bodensystem (integrated Modular Unmanned Ground System, iMUGS) beauftragt worden. Bei Gesamtkosten von 32,6 Millionen Euro wird der Auftrag mit 30,6 Millionen Euro aus dem EDIDP gefördert.

Das Projekt wird von Estland geleitet. Die technischen Anforderungen wurden mit Finnland, Lettland, Deutschland, Belgien, Frankreich und Spanien abgestimmt. Die Länder planen, die restlichen zwei Millionen Euro des Projektbudgets zu finanzieren.

Unter Leitung von Milrem Robotics wird eine modulare und skalierbare Architektur für hybride bemannte und unbemannte Systeme entwickelt. Die Architektur soll die Grundlage werden, um ein europaweites Ökosystem für Luft- und Bodenplattformen, Führungs-, Kontroll- und Kommunikationsausrüstung, Sensoren, Nutzlasten und Algorithmen zu standardisieren. Das Prototyp-System wird ein bestehendes unbemanntes Bodenfahrzeug – Themis von Milrem Robotics – und eine spezifische Liste von Nutzlasten nutzen.

Das Ergebnis des Projekts wird im Rahmen von Militärübungen der teilnehmenden Mitgliedstaaten oder auf separaten Testgeländen unter Einsatzbedingungen und relevanten klimatischen Bedingungen demonstriert.

Während der Projektphase werden operatives Know-how gesammelt und Konzepte für den kombinierten Einsatz bemannter und unbemannter Mittel entwickelt, wobei die auf Robotik, künstliche Intelligenz und autonome Systeme anwendbaren ethischen Aspekte berücksichtigt werden sollen. Auch modernste virtuelle und konstruktive Simulationsumgebungen werden eingerichtet.

iMUGS wird eine Kooperation zwischen 14 Parteien sein: Projektkoordinator Milrem Robotics (Estland), GT Cyber Technologies (Estland), Safran Electronics & Defense (Frankreich), Nexter Systems (Frankreich), Krauss-Maffei Wegmann (Deutschland), Diehl Defence (Deutschland), Bittium Wireless (Finnland), Insta DefSec (Finnland), (Un)Manned (Belgien), dotOcean (Belgien), Latvijas Mobilais Telefons (Lettland), GMV Aerospace and Defence (Spanien), die Estnische Militärakademie und die Königliche Militärakademie von Belgien.

Gerhard Heiming