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Die U.S. Army hat mit dem zweitgrößten JLTV-Auftrag bei Oshkosh Defense 2.738 dieser geschützten Mehrzweckaufträge bestellt. Der 750 Millionen Euro Auftrag schließt 1.001 Begleitanhänger und zugehörige Ausrüstungssätze ein. Damit steigt die Summe bestellter Joint Light Tactical Vehicles (JLTV) auf 17.790 Stück. Der Bedarf für die US-Streitkräfte wird derzeit mit 67.499 Fahrzeugen angegeben mit Schwerpunkt für die U.S. Army (49.099) und das U.S. Marine Corps (16.000). Die Fahrzeuge schließen sich an die laufende Produktion an und sollen bis Oktober 2022 ausgeliefert sein.

Im Vertrag enthalten sind 59 JLTV für Litauen, Nordmazedonien und Brasilien mit einem Volumen von 19 Millionen Euro. Litauen will nach einem Vertrag von 2019 bis 2024 insgesamt 200 JLTV für 120 Millionen Euro beschaffen. Nord-Mazedonien will mit Unterstützung durch das ERIP-Programm der US-Regierung 96 JLTV beschaffen. Mit dem European Recapitalization Incentive Program (ERIP) wollen die USA in ehemaligen Warschauer Pakt Staaten den Aufbau NATO-interoperabler Strukturen forcieren. Die brasilianische Marine hat Ende November bekanntgegeben, dass sie u.a. 12 JLTV bestellt hat, die ab 2022 geliefert werden sollen.

Der Auftrag schließt 1.001 Begleitanhänger und zugehörige Ausrüstungssätze mit ein. (Foto: Oshkosh Defense)

In Europa ist Montenegro seit Oktober 2020 der erste Nutzer von JLTV außerhalb der USA. Insgesamt besteht ein Bedarf von 67 Fahrzeugen. Die größte Exportbestellung liegt aus Belgien vor, die 322 JLTV bestellt haben zur Auslieferung ab 2023. Weitere Interessenten sind Portugal, die einen FMS-Antrag über 250 JLTV für 2020 angekündigt haben und Großbritannien, die derzeit JLTV in einer Demonstratorphase testen und ein Ergebnis bis 2021 erzielen wollen.

Die JLTV-Fahrzeugfamilie besteht aus Fahrzeugen für mehrere Missionsrollen. In zwei Varianten und vier Missionspaketkonfigurationen bietet es eine geschützte, dauerhafte, vernetzte Mobilität für Personal und Nutzlasten über das gesamte Spektrum militärischer Operationen.

Das 4×4 JLTV wird als Zwei- und Vier-Sitzer hergestellt und ist auf hohem Niveau gegen ballistische und Minen-/IED-Bedrohungen geschützt. Das rund fünf Tonnen schwere Fahrzeug wird von einem 250 kW-Dieselmotor über ein Allison 2500SP 6-Gang-Automatic-Getriebe angetrieben und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h. Kennzeichen des Fahrwerks ist die höhenverstellbare, unabhängige Radaufhängung TAK-4i mit einem Federweg von 50 cm.

Gerhard Heiming