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Die Fallschirmjäger in Seedorf erhalten für die Schießausbildung im „scharfen Schuss“ eine Hallenschießanlage. Eine ähnliche Ausbildungseinrichtung ist auch für die Fallschirmjäger im Saarland vorgesehen.

Die Ankündigung des Baus einer neuen Hallenschießanlage in der Fallschirmjäger-Kaserne im niedersächsische Seedorf erfolgte bereits im September. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann und Henning Otte besuchten damals die Fallschirmjäger in Seedorf und kündigten die Infrastrukturmaßnahme an. Seit Kurzem sind auch die Haushaltsmittel freigegeben, dies teilte der CDU-Abgeordnete Grundmann Anfang Dezember mit. In der lokalen Presse betonte Grundmann: „Neben der militärischen Befähigung zum Fallschirmsprung müssen Fallschirmjäger vor allem in ihrer Ausbildung umfangreiche Waffen- und Schießkompetenzen erwerben. Mit der Schießanlage ermöglichen wir nun eine moderne und witterungsunabhängige Schießausbildung.“

Eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) bestätigte der Soldat & Technik auf Nachfrage, dass die Hallenschießanlage in der Fallschirmjäger-Kaserne in Seedorf nach derzeitigen Planungen im Jahr 2024 zur Nutzung übergeben werden soll. Dafür wurden vor kurzem Haushaltsmittel in Höhe von 18 Millionen Euro freigegeben.

Die Hallenschießanlage besteht im Wesentlichen aus zwei Schießbahnen mit einer Länge von 25 und 60 Metern für die Schießausbildung mit Handwaffen im „scharfen Schuss“. Die Zieldarstellung erfolgt digital und wird durch ein Rüstungsprojekt in Verantwortung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) realisiert. Durch die zusätzliche Implementierung des in die Bundeswehr bereits eingeführten Schießsimulators für Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen in die Hallenschießanlage werden die Anforderungen an die Grundlagenausbildung für das Schießen mit Handwaffen ganzheitlich sichergestellt.

In der Hallenschießanlage können grundsätzlich die gleichen Handwaffen und Munitionsarten genutzt, wie derzeit auf den Standortschießanlagen. Auf der Langbahn (60 Meter) können gleichzeitig bis zu sechs Soldaten, auf der Kurzbahn (25 Meter) bis zu drei Soldaten ausgebildet werden.

Die Hallenschießanlage in Seedorf ergänzt die dort vorhandene Standortschießanlage zur Deckung des Bedarfs an Schießausbildungsinfrastruktur des Fallschirmjägerregiments 31. Mit der künftigen Beschaffung der Zieldarstellungsanlage in Verantwortung des BAAINBw werden moderne Schießausbildungsmöglichkeiten in der Hallenschießanlage zur Verfügung stehen.

3D-Animation der Hallenschießanlage in Bad Reichenhall. (Grafik: BAIUDBw)

Beim Fallschirmjägerregiment 26 im Saarland gibt es derzeit keine Hallenschießanlage. „Im Ergebnis vertiefender Untersuchungen zur Deckung des regionalen Bedarfs an Schießausbildungsinfrastruktur hat das BMVg am 15. Dezember 2020 den Neubau einer Hallenschießanlage am Standort Merzig gebilligt“, so das BAIUDBw. Auf dieser Grundlage werden die Planungen im kommenden Jahr beginnen. Damit wird auch der Infrastrukturbedarf des an das Saarland angrenzenden Standortes Zweibrücken in Ergänzung der dortigen Standortschießanlage gedeckt werden. Bisher verfügt die Bundeswehr unter anderem in Bad Reichenhall über eine solche Hallenschießanlage. Dort ist die Gebirgsjägerbrigade 23, das Gebirgsjägerbataillon 231 und das Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 stationiert.

André Forkert