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Die Regierungen des Vereinigten Königreichs und der USA bereiten offenbar eine Beschaffung von zusätzlichen Chinook-Hubschraubern für die britischen Streitkräfte vor. Dies geht aus übereinstimmenden britischen Medienberichten der vergangenen Woche hervor.

Dem Vernehmen nach handelt es sich um den Kauf von 14 Boeing CH-47 ER Chinook-Maschinen, welches über ein so genanntes Foreign-Military-Sales (FMS)-Verfahren abgewickelt werden soll. Der Auftragswert soll ein Volumen von zwei Milliarden US-Dollar haben. Bereits 2018 hatte die US-Regierung den Kauf von bis zu 16 CH-47ER-Maschinen an Großbritannien genehmigt.

Der potenzielle Zulauf der Maschinen scheint noch offen zu sein. Ursprünglich waren die Systeme für 2027 erwartet worden. Britischen Medienberichten zufolge beabsichtigt das Königreich, eine verzögerte Auslieferung der Hubschrauber um drei Jahre. Grund dafür scheinen offenbar finanzielle Einschränkungen aufgrund der CORONA-Pandemie zu sein.

CH-47 ER

Die CH-47ER (Extended Range) -Variante des Hubschraubers hat eine Reichweite von rund 1.000 km. Derzeit werden in den britischen Streitkräften die Versionen CH-47 Mk4, Mk5, Mk6 und Mk6A der Chinook geflogen. Mk6 ist eine britische Variante der CH-47F, der Standardversion der U.S. Army. In Großbritannien werden die CH-47 durch die Royal Air Force betrieben.

Bis Ende 2021 sollen alle Mk4-Hubschrauber auf den Mk6-Standard umgerüstet werden. Damit soll die Flotte bis mindestens 2040 betrieben werden können. Ob diese Pläne tatsächlich so umgesetzt werden, ist derzeit aber noch fraglich. In einem kürzlich veröffentlichten Strategiepapier des britischen Verteidigungsministeriums ist nachzulesen, dass die ältesten Hubschrauber der existierenden Flotte nach Zulauf neuer Maschinen außer Betrieb genommen werden sollen. Bei den 14 angefragten ER-Maschinen handelt es sich um Neubauten.

André Forkert