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Die U.S. Army hat die ersten der 649 bestellten Infantry Squad Vehicle (ISV) für rund 177 Millionen Euro von General Motors Defense erhalten. Das Unternehmen hat jetzt für die Produktion ein neues Werk eröffnet, wo die Montage ab der Produktionsnummer 28 mit einer Rate von neun Fahrzeugen pro Monat fortgeführt wird. Die U.S. Army hatte kürzlich die monatliche Abnahmemenge u.a. aus Budgetgründen reduziert, obwohl der gebilligte Gesamtbedarf bei 2.065 Fahrzeugen liegt.

Das ISV basiert auf der Architektur des 2020er Chevrolet Colorado ZR2 und nutzt kommerzielle Off-the-Shelf-Teile (COTS) wie z.B. Aufhängungskomponenten. Der Überrollschutz (Roll Over Protection Structure, ROPS) des ISV so konstruiert, dass er in einen CH-47 Chinook passt. Wenn die ROPS hochgeklappt ist, ist das Fahrzeug 218,7 cm hoch, heruntergeklappt reduziert sich diese Höhe auf 187,7 cm.

Das ISV ist 207,8 cm breit, 526 cm lang, hat ein Leergewicht von weniger als 2,3 t bei einer Nutzlast von 1,5 t. Von den neun Sitzplätzen sind fünf nach vorn, zwei nach hinten und je einer zu den beiden Seiten ausgerichtet. Mit einer Antriebsleistung von 205 kW erreicht das ungeschützte Fahrzeug eine sehr hohe Antriebsleistung von mehr als 50 kW/t. Die damit erreichbare Höchstgeschwindigkeit hält die Army unter Verschluss.

Am 4. Mai 2021 hat GM Defense eine vollelektrische Version des ISV vorgestellt. Die dafür notwendige Batterie ist im Heck des Fahrzeugs untergebracht. Mit einer Batterieladung kann das ISV vier Stunden oder 240 km im Gelände fahren. Für das vollständige Aufladen mit Gleichstrom-Schnellladung wird eine Stunde benötigt.

Die U.S. Army untersucht derzeit, ob und wie elektrisch angetriebene Landfahrzeuge weltweit eingesetzt werden können. Da sich bisher das Aufladen der Fahrzeuge als kritisch erwiesen hat, gehört der Aufbau einer Lade-Infrastruktur zum Untersuchungsprogramm.

Gerhard Heiming