Print Friendly, PDF & Email

Anfang der Woche gab das tschechische Verteidigungsministerium bekannt, dass es einen Auftrag über die Lieferung von Munition für die Panzerabwehrhandwaffe RPG-7 an STV DEFENCE, eine Tochter des tschechischen Rüstungsunternehmens STV Group, vergeben hat. Bereits am 28. Mai unterzeichneten der für Beschaffungsvorhaben verantwortliche stellvertretende Verteidigungsminister Lubor Koudelka und der Vorstandsvorsitzende der STV Group David Hác den Rahmenvertrag mit einem maximale Auftragswert von knapp 20 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer.

Der aktuell geschlossene Vertrag läuft bis 2024 mit Abrufen die sich nach dem Bedarf der Streitkräfte richten. Das erste Los soll bereits in diesem Jahr geliefert werden. Nach welchem Schlüssel die jeweilige Munitionssorte genau beschafft wird, war der Pressemitteilung nicht zu entnehmen, jedoch der Hinweis, dass es sich um vier verschiedene Typen handelt.

SVT DEFENCE wiederum bietet neben der PG-7VM Hohlladungsgranate, noch zwei thermobarische und eine Version mit Splittergefechtskopf an, sodass offenkundig Munition aus der gesamten Produktionspalette erworben wird.

Die tschechischen Streitkräfte haben in den letzten Jahren den Großteil der aus der Ära des Kalten Krieges stammenden Handwaffen und panzerbrechenden Lenkflugkörper durch moderne Fertigungen aus einheimischer oder westlicher Produktion abgelöst. Dennoch bilden die RPG-7V zusammen mit der Einweg-Panzerhandwaffe RPG-75, welche ebenfalls aus tschechischer Fertigung stammt, den Kern der leichten und von einer Person tragbaren Panzerabwehrmittel der tschechischen Streitkräfte. Eine Modernisierung ist bis jetzt nur bei den Spezialkräften erfolgt, welche über eine kleinere Menge von Carl Gustaf M3 verfügen.

STV DEFENCE ist das erst im Jahre 2017 gegründete, im vollständigen Besitz der STV Group befindliche Tochterunternehmen, welches sich auf die Herstellung von Großkalibermunition spezialisiert hat. Neben Munition für die RPG-7 fertigt das Unternehmen auch Munition für Möser-, Artillerie- und Panzersysteme, sowie Raketen für Mehrfachwerfer. Auch in dem Geschäftsfeld Munitionsbeseitigung und Vernichtung ist das Unternehmen aktiv.

Kristóf Nagy