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Das U.S. Army Combat Capabilities Development Command (DEVCOM) führte Ende Juni die ersten Versuche mit dem Robotic Combat Vehicle-Medium (RCV-M) Prototypen, einem Unmaned Ground Combat Vehicle (UGCV), im scharfen Schuss durch, dies geht aus einer Veröffentlichung des US-Heeres hervor. Die U.S. Army hatte das von Textron, Kongsberg Defence & Aerospace, Howe & Howe und FLIR gemeinschaftlich angebotene unbemannte Ripsaw M5 Fahrzeug im Februar 2020 für das RCV-M Programm ausgewählt. Obwohl die Tests bereits seit 18 Monaten laufen, war dies die erste Erprobung der Waffenanlage außerhalb von Laborbedingungen im Freien auf einer regulären Schießbahn.

Das Hauptaugenmerk der Versuche lag bei der Bewaffnung des Systems. Diese ist in einem Kongsberg PROTECTOR RT40 Turm zusammengefasst und besteht aus einer XM813 Bushmaster Maschinenkanone im Kaliber 30 mm × 173 und einem koaxialen 7,62 mm x 51 Maschinengewehr. Dies wurde durch die genaue Beobachtung der Schussabgabe mittels verschiedenster Sensoren wie z. B. Hochgeschwindigkeitskameras und der anschließenden Auswertung der kumulierten Daten erreicht. Ziel war es neben offenkundigen Parametern wie Präzision und Zuverlässigkeit der Waffenanlage auch Daten bezüglich der Stabilisierung der Waffen, auch in der Bewegung und die genauen Vorgänge beim Richtvorgang und Zielwechsel zu untersuchen.

Gemäß der Mitteilung der U.S. Army erhoffen sich die Ingenieure des am Versuch beteiligten Picatinny Arsenal mit den gewonnenen Ergebnissen einen sicheren Betriebe und somit grünes Licht für weitere komplexere Versuchsreihen feststellen zu können. Diese sind für das RCV-M Programm bereits terminiert.

Als weiterer Untersuchungsgegenstand wurde das Zusammenspiel zwischen der als Mission Enabling Technologies Demonstrator (MET-D) bezeichneten Führungsstelle und dem RCV-M untersucht. Das MET-D dient als rückwärtiger Leitstand und bietet der Besatzung die Möglichkeit die vom Fahrzeug gesammelten Daten fusioniert mit anderen Informationen unterschiedlicher Quelle zu nutzen, um das UGCV zu lenken beziehungsweise die Waffen im Rahmen einer Zielbekämpfung auszulösen. Für die Umsetzung ihres Auftrages stehen der Besatzung verschiedene Touchpad Systeme sowie klassische, physische Steuermittel zur Verfügung. In Zukunft ist es geplant das MET-D in gepanzerte Fahrzeuge einzubauen, um das RCV-M System geschützt und möglichst lang begleiten zu können.

Als weiterer Untersuchungsgegenstand wurde das Zusammenspiel zwischen der als Mission Enabling Technologies Demonstrator (MET-D) bezeichneten Führungsstelle und dem RCV-M untersucht. (Foto: U.S. Army / Angelique N. Smythe)

Der aktuelle Stand des Robotic Combat Vehicle-Medium Programms ist ein weiterer Beleg für die weltweit anhaltende intensive Forschung im Bereich UGCV. Zeitgleich offenbart der aktuelle Status aber auch den Umstand, dass sich alle Programme noch weit von dem Status eines serien- und einsatzreifen Fahrzeuges entfernt befinden und es noch Jahre dauern wird, bevor unbemannte Waffenträger tatsächlich mit Aussicht auf Erfolg und nicht nur im Rahmen von erweiterten Versuchen eingesetzt werden können.

Kristóf Nagy