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Polnische und türkische Fachmedien berichten übereinstimmend, dass in die im Mai von Polen bestellten Drohnen des Typs Bayraktar TB2 das Radargerät Osprey 30 von Leonardo integriert werden soll. Die Ausrüstung der polnischen TB2 mit dem kompakten Mehrrollensensor würde eine deutliche Steigerung der Fähigkeiten des unbemannten Systems darstellen.

Das von Polen im Mai dieses Jahres bestellte Paket beinhaltet nach den Worten des Verteidigungsministers neben den 24 Luftfahrzeugen auch vier Bodenstationen sowie ein Ausbildungs- und Logistikpaket. Die Auslieferung der ersten Bodenstation samt sechs Drohnen ist bereits für das Jahr 2022 vorgesehen.

In Bezug auf die Bewaffnung sprach sowohl der Minister als auch das polnische Verteidigungsministerium nur von Panzerabwehrlenkflugkörpern. Die Sensorausstattung wurde indes nicht kommentiert. Die Integration des Osprey-30- Radargerätes würde zahlreiche Forderungen der polnischen Streitkräfte lösen, welche noch aus der Zeit der „Gryf“-Initiative stammen. Diese sah ein unbemanntes Luftfahrzeug vor, welches neben dem Tragen einer potenten Effektorenbeladung auch ein weitreichendes Lagebild in Echtzeit generieren sollte. Das Osprey-30- Mehrrollenradargerät ist kompakt genug, um in den Bayraktar TB2 integriert zu werden. Das Multi-Domain-Gerät ist in der Lage, Bodenziele, Geländestrukturen, aber auch maritime und eingeschränkt Luftziele zu detektieren.

Die Ausstattung mit dem Sensorsystem wird laut Pressemeldungen nicht vollumfänglich sein. Aktuell sei nur die Anschaffung und Einbau von zwei Radargeräten geplant. Dennoch erfahren die polnischen Bayraktar TB2 im Falle einer erfolgreichen Integration eine bedeutende Aufwertung, welche neben der Offensivfähigkeit auch die Erstellung eines Lagebildes etwa über Teilen der Ostsee und in der dritten Dimension innerhalb des überwachten Luftraumes ermöglicht, ohne bemannte System einsetzten zu müssen.

Kristóf Nagy