StartBewaffnungBundesregierung kündigt Lieferung von 18 RCH 155 Radhaubitzen an die Ukraine an

Bundesregierung kündigt Lieferung von 18 RCH 155 Radhaubitzen an die Ukraine an

Waldemar Geiger

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Nun ist es offiziell, nachdem bereits vor mehreren Wochen medial bekannt wurde, dass Krauss-Maffei Wegmann 18 Radhaubitzen des Typs RCH 155 an die Ukraine verkaufen darf, hat die Bundesregierung heute die Lieferung der Systeme an die Ukraine bekanntgegeben, wie aus der aktualisierten Liste der Bundesregierung über die Militärhilfe an die Ukraine hervorgeht. Die Ukraine wird somit Erstkunde dieses neu entwickelten Waffensystems.

Die Finanzierung soll aus dem Ukraine-Hilfsfonds der Bundesregierung erfolgen. Früheren Medienberichten nach, sollen dafür rund 216 Millionen Euro fällig werden.

Da die Systeme erst hergestellt werden müssen, wird seitens Rüstungsexperten davon ausgegangen, dass die Systeme womöglich erst in ein paar Jahren ausgeliefert werden können. Kurzfristige Unterstützung auf dem aktuellen Schlachtfeld werden die Systeme daher nicht bieten können.

RCH 155

Abgeleitet von der Panzerhaubitze 2000 (PzH 2000) hat KMW eine ferngesteuerte Haubitze mit der Waffe im Kaliber 155 mm/L52 (Remote Controlled Howitzer, RCH 155) in ein Boxer-Missionsmodul integriert.

Mit Fernsteuerung, vollautomatischem Ladesystem für Geschosse und modulare Treibladungen sowie induktiver Programmierung der Zünder konnte die Besatzung auf zwei Personen reduziert werden. Die Waffenanlage wird elektrisch gerichtet. Die Kampfbeladung besteht aus maximal 30 bezünderten Geschossen und 144 modularen Treibladungen. Der Feuerkampf wird durch einen Feuerleitrechner mit integrierter Ballistikrechnung und Datenfunkanbindung zu einem Artillerieführungssystem unterstützt, der auf eine hochgenaue Navigationsanlage mit oder ohne GPS-Unterstützung zurückgreift.

Der Turm kann um 360° gedreht werden. Die Elevation des Rohres von -2,5° bis 65° erlaubt den Feuerkampf sowohl auf große Entfernung (z. B. bis 40 km mit Base Bleed, bis 54 km mit V-LAP) als auch im direkten Richten auf nahe Ziele. Die Nutzung endphasengelenkter Geschosse (Vulcano, Excalibur) ist vorgesehen. Das Schießen in alle Richtungen erfolgt ohne hydraulische Stützen. Dies ermöglicht einen schnellen Stellungswechsel.

Mitte August 2021 stellte KMW eine neue, 30 cm niedrigere Version im scharfen Schuss vor. Eine fernbedienbare Waffenstation für Maschinengewehr und ein Rundumsichtsysteme für die Besatzung sind weitere Merkmale der neuen Version, die die Bahnverlademaße einhält. Für das direkte Richten wurde eine Hunter-Killer-Fähigkeit realisiert, mit der die Kanone über die Waffenstation eingesetzt werden kann.

Die firmenseitige Qualifikation der Haubitze wurde Anfang des Jahres abgeschlossen.

Waldemar Geiger