StartBewaffnungMunition: Die hohe Kunst der Logistik – der 31. Kriegstag

Munition: Die hohe Kunst der Logistik – der 31. Kriegstag

Thomas Nielsen

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Der Beitrag „Munition: Die hohe Kunst der Logistik“, erschienen am 10. Februar 2023, befasst sich mit der Munitionslogistik, insbesondere mit den für die Landes- und Bündnisverteidigung notwendigen Lagerbeständen und der unmittelbaren Versorgung der kämpfenden Truppen an Front. In diesem Zusammenhang wurde Bezug genommen auf einen 30-Tage-Kriegsvorrat, ein oft zitierter Richtwert für die Munitionsbevorratung während des Kalten Krieges. Woher diese 30 Tage ursprünglich kamen, ist eine ungeklärte Frage, zumindest wenn nicht eingestufte Quellen genutzt werden. Möglicherweise wurden 30 Tage einfach als „schöne runde Zahl“ betrachtet, die für Planungszwecke verwendet werden sollte. Oder die NATO-Planer gingen davon aus, dass ein ausgewachsener Krieg zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt entweder innerhalb von 30 Tagen zu Ende sein oder zu einem atomaren Schlagabtausch führen würde – in beiden Fällen wäre es sinnlos, länger als 30 Tage zu planen.

Unabhängig von den Beweggründen für die 30 Tage, haben die Erfahrungen aus der Ukraine gezeigt, dass sich ein hochintensiver Konflikt zwischen gleichrangigen oder nahezu gleichrangigen Gegnern viel länger als 30 Tage hinziehen kann. Gleichzeitig ist es in Anbetracht der fraglichen Munitionsmengen, der Kosten für diese Munition, der Kosten für die Lagerung und der erwarteten Haltbarkeit der Munition unrealistisch, von Staaten zu erwarten, dass sie Vorräte anlegen, die weit über den Verbrauch von 30 Tagen hinausgehen, außer vielleicht in besonderen und einmaligen Fällen.

Das führt zu der nächsten logischen Frage in Bezug auf die Logistik, und zwar nicht nur für die Munition, obwohl dies das Thema des folgenden Beitrages sein wird: Was machen wir am 31. Kriegstag? Und obwohl es im folgenden Artikel hauptsächlich um die Wiederauffüllung der nationalen Depotbestände geht, können genau dieselben Argumente und Fragen auch für den Teil der logistischen Versorgungskette nach der Lieferung gestellt werden: Der Transport der gelieferten Munition von den Depots zu den Orten, an denen sie tatsächlich benötigt wird.

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Der 31. Kriegstag

Im Hinblick auf die Munitionslogistik geht es am 31. Kriegstag (oder an dem Tag, an dem die Munitionsvorräte zur Neige gehen) um Nachhaltigkeit: Wie schnell und zuverlässig kann der Nachschub organisiert werden?

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Der Nachschub kann hauptsächlich

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