StartTaktik & AusbildungSwift Response: Fallschirmjäger unter Gefechtsbedingungen zum Schutz der südlichen NATO-Ostflanke

Swift Response: Fallschirmjäger unter Gefechtsbedingungen zum Schutz der südlichen NATO-Ostflanke

Andre Forkert

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1.500 NATO-Fallschirmjäger trainieren in Rumänien: Mit der bislang größten Luftlandeübung der NATO in Europa sollen Fallschirmjäger aus mehreren Staaten des Bündnisses – Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Spanien, USA und Rumänien – ein Signal der Abschreckung setzen. Unter Führung der deutschen Division Schnelle Kräfte (DSK) wird dabei am Montag, 13. Mai, der Hauptteil des Manövers „Swift Response“ beginnen. Luftlandeoperationen sind immer auch wetterabhängig, daher musste hier eine Anpassung erfolgen. Eigentlich war der Start schon für Sonntag vorgesehen.

In der Nähe der rumänischen Städte Turda und Cincu werden rund 1.500 Fallschirmjäger über drei Sprungzonen abgesetzt, um von dort parallel auf das Angriffsziel anzutreten. Angewendete wird bei so vielen Springern das Automatiksprungverfahren. Nach der Landung sammeln sich die Soldatzen, um anschließend einen von Feindkräften eingenommenen Flugplatz zu befreien, so das Szenario. Nach Einnahme des Flugplatzes wird dieser für die Folgeversorgung der Truppen genutzt und schweres Gerät angelandet. Weitere Operationen zum Nehmen von Schlüsselpositionen oder -gelände schließen sich an. Die Aufträge umfassen die Errichtung und den Betrieb eines vorgeschobenen Versorgungspunktes sowie die Sicherung eines Evakuierungsplatzes für Zivilisten.

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Auch Vorauskräfte im Freifallverfahren werden eingesetzt, zum Beispiel Fernspäher oder der Fallschirmjägerspezialzug. (Foto: Bundeswehr)

Die NATO reagiert mit einer derzeit laufenden Übungsserie unter dem Namen „Steadfast Defender“ auf die veränderte sicherheitspolitische Lage, die sich mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ergeben hat. Insgesamt werden während mehrerer Monate rund 90.000 Soldaten mobilisiert, die die Alarmierung, das Verlegen großer Truppenteile und die Abwehr eines Angreifers im Gefecht üben. In Rumänien geht es darum, mit schnell verlegbaren Kräften kurzfristig auf den Fall eines Angriffs zu reagieren. Diese ist eng verbunden mit der US-Übung Defender 2024, einer großen Verlegeübung US-amerikanischer Kräfte. Damit wird die schnelle Reaktionsfähigkeit der USA in Richtung Europa unterstrichen.

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In den Folgetagen werden unter hoch dynamischen Gefechtsbedingungen Luftlandungen und Anlandungen mit Hubschraubern trainiert, um die schnelle Verlegung durchsetzungsfähiger Truppen zu demonstrieren. Neben der Verlege- und Gefechtsausbildung ist die Demonstration der Einsatzbereitschaft zur Landes- und Bündnisverteidigung an den NATO-Außengrenzen das Hauptziel dieser Übung.

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„Wir senden ein ganz klares Signal insgesamt mit ‚Steadfast Defender‘, dass wir jederzeit sehr schnell einsatzbereit sind, Kräfte in Räume zu bringen, wo sie gebraucht werden und jeglichen Gegner von einer Aggression abschrecken“, so der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, Generalmajor Dirk Faust. Hier vor seiner beweglichen Gefechtsstelle, auf Basis von zwei ENOKs. (Foto: Bundeswehr)

Ungarn als Hub

Soldaten der Division Schnelle Kräfte sowie weiteres Unterstützungspersonal sind derzeit in Ungarn, um von dort die Luftlandeübung vorzubereiten. Auf einer Airbase in der Stadt Papa ist auch der vorgeschobene Gefechtsstand der Division Schnelle Kräfte sowie der Hauptgefechtsstand der 1. Luftlandebrigade eingerichtet.

An Swift Response nehmen unter Führung der DSK insgesamt etwa 4.500 Soldaten aus acht Nationen teil. Aus der DSK sind rund 1.000 deutsche und 200 niederländische Fallschirmjäger beteiligt. Es kommen 200 Landfahrzeuge und 35 Hubschrauber zum Einsatz. Unter anderem stellen die Heeresflieger der DSK 14 NH90 Transporthubschrauber bereit. Hinzu kommen drei CH-53 der Luftwaffe, NH90 des spanischen Heeres, eine Boeing CH-47 Chinook der Spanier sowie SA 330-Hubschrauber aus Rumänien. Als Flächenflugzeuge werden A400M, C-130, C-17 und C-27J genutzt. Auch verschiedenen Drohnentypen kommen zum Einsatz.

Andre Forkert