StartStreitkräfteAls Display-Pilot auf der ILA und bei „Pacific Skies“

Als Display-Pilot auf der ILA und bei „Pacific Skies“

Leutnant Jonas Herrmann

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Für ihn ist es ein Traumjob. Hauptmann „Noble“ fliegt welt- weit Shows mit seinem Eurofighter. Was von außen einfach cool aussieht, ist harte Arbeit und Leistungssport. Mit seinen Flugvorführungen wird er bei der ILA in Berlin und bei der Übung „Pacific Skies“ zu sehen sein.

Donnernd jagt der Kampfjet über die Köpfe der erwartungs- vollen Besucher hinweg. Der Lärm der brennenden Triebwerke zerreißt dröhnend die Stille am Himmel und löst unten freudige „Aahs“ und „Oohs“ aus. Dann dreht er zwei Schrauben und steigt senkrecht in den Himmel. Genau so hat Pilot „Noble“ – so sein Rufname über Funk – es schon viele Male vorgeführt. Mit einer Geschwindigkeit von 250 Metern in der Sekunde muss er sich seiner Sache sicher sein, denn ein falsches Zucken am Steuerknüppel wäre fatal. Doch „Noble“ ist topfit und gut ausgebildet.

„Am Fliegen begeistern mich die Freiheit und die Technik“, sagt der Hauptmann. Sein Display ist eine Abfolge verschiedener Flugmanöver, die das Leistungsspektrum des Eurofighters zei- gen. Die Choreografie hat „Noble“ selbst erstellt und auf seinen sportlichen Flugstil abgestimmt: „Mein Display zeigt viel Nachbrenner und der Schub liegt oft bei 9g.“ 9g heißt: Auf Mensch und Maschine wirken die Kräfte der neunfachen Erdbeschleunigung. „Ich mache das nicht für mich, sondern für die Zuschauer, die ich begeistern will. Aber ich habe auch Spaß dabei.“

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Die Luftwaffe hat zwei Display-Piloten

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Luftwaffengeschwader
Hauptmann „Noble“ ist leidenschaftlicher Eurofighter- Pilot beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau. (Foto: ©Bw/Germaine-Noelle Lavinia Nassal)

„Noble“ ist einer von zwei Display-Piloten der Luftwaffe und wollte nie etwas anderes machen. Schon als er noch ein Kind war, zeigte ihm sein Vater, der als Feuerwehrmann am Fliegerhorst Neuburg arbeitete, das Cockpit einer Phantom. Mit 17 trat er selbst in die Bundeswehr ein und ließ sich zunächst zum Fluggerätemechaniker ausbilden.

Danach durchlief er den fordernden Auswahlprozess für Piloten. Später erwarb er auf der Sheppard Air Force Base in den USA die militärische Pilotenlizenz. Wie er das geschafft hat? „Vor allem durch Selbstdisziplin“, sagt „Noble“. Denn hinter seiner Coolness steht eine anspruchsvolle Ausbildung.

Der coolste Nebenjob der Welt

„Nobles“ Flugkünste sind nicht nur ein Hingucker. In seinem Dienstalltag erfüllen sie einen wichtigen Zweck. Er ist Staffel- pilot der Quick Reaction Alert beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg und verantwortlich dafür, unbekannte Luftfahrzeuge im deutschen Luftraum zu überprüfen und gegebenenfalls militärische Maßnahmen einzuleiten. Dass er nebenbei noch als Display-Pilot bei internationalen Flugshows die Fähigkeiten des Eurofighters demonstriert, sieht er als Abwechslung. „Display-Pilot ist mit Abstand der coolste Nebenjob, den man bekommen kann!“

Anders als die Luftwaffen anderer Länder hat die Bundeswehr keine eigene Kunstflugstaffel. Wenn es aber einmal eine gäbe, „… wäre ich der Erste, der mitmacht“, ergänzt „Noble“ den Satz und lacht. Alle drei Jahre wechselt das Geschwader, aus dem der Display-Pilot kommt. Der jeweils „Neue“ wird ein Jahr lang von seinem bereits displayerfahrenen Kameraden ausgebildet.

Im Juni wird er wieder bei der ILA sein. Er freut sich, den Besuchern in Berlin persönlich zu begegnen, denn beim letzten Mal, 2022, flog er sein Display von Laage in Mecklenburg- Vorpommern aus, also ohne selbst vor Ort zu sein. Eine weite Anreise hat er dann nach Indien zu „Pacific Skies“, wo er im August bei der Übung „Tarang Shakti 1“ seine Fähigkeiten präsentieren wird.

Leutnant Jonas Herrmann ist Presseoffizier im PIZ Lw.