StartFührung & KommunikationOrbiter 4 UAS wird VTOL-fähig

Orbiter 4 UAS wird VTOL-fähig

Andre Forkert

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Der israelische Spezialist für taktische Drohnen Aeronautics hat sein Unmanned Aerial System (UAS) Orbiter 4 mit neuen Fähigkeiten aufgerüstet. Auf der Eurosatory 2024 hätte die Premiere dieser neuen Fähigkeit stattfinden sollen. Doch nach dem Ausschluss der israelischen Firmen war dies nicht möglich.

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Orbiter 4 mit dem VTOL-Kit. Sicht von oben auf das Fluggerät. Der Orbiter nutzt einen Benzinantrieb, das VTOL-Kit vier Elektroantriebe. (Foto: Aeronautics)

Im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung wird immer vom hochintensiven und hochflexiblen Gefecht der verbundenen Waffen gesprochen. Doch Auswertungen aus den aktuellen Verteidigungskämpfen in der Ukraine und durch die israelischen Streitkräfte zeigen ein anderes Bild. Es findet weniger Bewegung der Truppen als erwartet statt, oft finden die Kämpfe zwischen Gebäuden oder entlang von Stellungssystemen statt. Auch wird weniger „Hightech“ als erwartet eingesetzt. Es geht um Gelände gewinnen oder nehmen und anschließend vor allem halten. Viele der Kämpfe sind  mehr oder weniger stationär, ohne große Bewegung und auf engstem Raum.

Hinzu kommt fehlende Lufthoheit, Elektronische Kampfführung (Jamming, Spoofing, GPS-Störung, etc.), Maßnahmen gegen militärische Drohnen und vieles mehr. Dennoch benötigen die Streitkräfte fortschrittliche Aufklärungsmittel im Sinne von ISTAR (Intelligence, Surveillance, Target Acquisition, and Reconnaissance). Hier soll die VTOL (Vertical Take-Off and Landing)-Fähigkeit den entscheidenden Vorteil zu bringen.

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Aeronautics ist überzeugt, dass die VTOL-Fähigkeit benötigt wird, um taktische UAS flexibel und weit vorne im Gefecht nutzen zu können. Und es bedarf einfacher Systeme. Genau hier setzt das VTOL-Konzept der Firma an. So kann aus dem bekannten UAS Orbiter 4 schnell und einfach ein Senkrechtstarter werden. Das neue VTOL-Kit anbringen, Startknopf drücken, und das System ist sofort einsatzbereit.

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Das UAS Orbiter 4 wurde bereits vor Jahren entwickelt und seitdem im Einsatz getestet. Jetzt wird das System dank des VTOL-Kits noch flexibler und aktuellen Anforderungen angepasst. So wird kein Launcher mehr benötigt, kein Fallschirmsystem, und insgesamt weniger Platz für Start und Landung. Man kann jetzt einfacher aus einer Deckung heraus operieren, braucht keine ungeschützte freie Fläche. Insgesamt wird der Materialansatz für das System verringert. Und die Truppe kann den ORBITER 4 näher am Gegner starten und landen, auch auf Häusern oder Schiffe landen. Allerdings verringert sich die Gesamteinsatzzeit, da weniger Treibstoff mitgenommen werden kann.

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Gut zu erkennen die beiden Pods. Diese werden schnell und einfach unter den Flügeln angebracht. (Foto: Aeronautics)

Das VTOL-Kit wird als Pod-Lösung einfach an den Hardpoints der beiden Flügel angeschraubt. Im Gegensatz zum Hauptantrieb (Benzin) nutzt das VTOL-Kit je zwei Elektromotoren pro Pod. Die benötigten Batterien sind ebenfalls in den Pods integriert. Auch ältere ORBITER 4 können problemlos nachgerüstet werden, so der Hersteller.

Orbiter 4 hat ein maximales Abfluggewicht von 55 Kilogramm, bei einer Spannweite von 5,2 Metern. Die Flugzeit wird durch den Hersteller mit 24 Stunden angegeben, zwölf Stunden mit dem VTOL-Kit. Die Reichweite soll bis zu 120 Kilometer Luftlinie sein und der Orbiter 4 kann Nutzlasten zwei unterschiedliche und unabhängige Nutzlasten bis zu zwölf Kilogramm Gesamtmasse aufnehmen – beispielsweise Tag-/Nachtkamera und Radar. So können dann von einem UAS Fotos oder Radarbilder oberhalb einer Wolkendecke erstellt und ein größeres Gebiet abgedeckt werden.

Diese Doppelnutzlast ist auch in Verbindung mit dem VTOL-Kit immer noch möglich. Eine weitere Verbesserung ist die Protection Suite für das UAS. Damit ist der Orbiter 4 auch bei schlechtem Wetter einsetzbar, oder ohne GPS-Abdeckung und wenn der Gegner Jammer einsetzt.

Andre Forkert