StartAusrüstung & BekleidungRobotican stellt Loitering Munition für drinnen vor

Robotican stellt Loitering Munition für drinnen vor

Das israelische Unternehmen Robotican hat eine bewaffnete Ausführung seines hybriden Drohnensystems Rooster vorgestellt. Die Konfiguration umfasst einen präzisionsgesteuerten Gefechtskopf mit einer Masse von 300 Gramm und ist insbesondere für den Kampf im urbanen Gelände einschließlich von Innenräumen ausgelegt. Mit KI-gesteuerter Zielerkennung und -verfolgung kann das System vom Nutzer vorgegebene Objekte und Bedrohungen autonom identifizieren und darauf aufschalten. Robotican sieht Anwendungsmöglichkeiten innerhalb von Gebäuden, Tunneln und anderem beschränkten Gelände.

Rooster im Flugmodus.
Rooster im Flugmodus. (Foto: Robotican)

Rooster kann entweder auf dem Boden rollen oder fliegen. Bisher konnte das System zum Beispiel zur Aufklärung in Gebäuden und Tunneln von Spezialkräften eingesetzt werden, oder im Bereich Search & Rescue (SAR) nach Erdbeben und anderen Naturkatastrophen sowie im Bergbau. Ausgestattet mit dem Sprengkopf, KI-gesteuerter Objekterkennung und Sicherheitsmechanismen verwandelt es sich in ein präzises Angriffsmittel für den Innenbereich. Unter Beibehaltung seines charakteristischen Hybriddesigns kann Rooster nahtlos zwischen Rollen und Fliegen wechseln, wodurch es in engen Räume navigieren und gezielte Schläge mit minimalen Kollateralschäden ausführen kann.

Robotican erschließt neue Räume für Loitering Munition

„Mit dem bewaffneten Rooster bringen wir Präzision und Autonomie in Umgebungen, die bisher für Loitering Munitions unzugänglich waren“, sagt Hagai Balshai, CEO von Robotican. „Die Streitkräfte können nun mit einer kompakten, intelligenten Plattform, die das Risiko für die Bediener und die umliegenden Zivilisten minimiert, chirurgische Schläge innerhalb von Gebäuden durchführen.“ Dies unter Beibehaltung der Leichtigkeit, der Tragbarkeit durch einen einzigen Bediener und der NATO-registrierten Zuverlässigkeit des Systems.

Dank seines modularen Aufbaus und der missionsspezifischen Nutzlastintegration biete Rooster eine unübertroffene operative Flexibilität, so dass Streitkräfte das System für unterschiedliche operative Anforderungen konfigurieren können, von der Informationsbeschaffung bis zum Präzisionsangriff. Diese Anpassungsfähigkeit erhöhe seine taktische Nützlichkeit in dynamischen und unvorhersehbaren Kampfumgebungen erheblich.

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Rooster wird ständig weiterentwickelt

Die Kommunikation ist als MESH-Netzwerk ausgelegt. Dadurch können bis zu drei Rooster gemeinschaftlich über einen Kommunikationskanal operieren oder gleichzeitig ferngesteuert werden. Sie können auch als Relais fungieren, um die Reichweite in Tunneln zu verlängern.  Neben den Kameras verfügt das System auch über eine sichtbare und IR-Beleuchtung. Im Rolleinsatz kann es bis zu vier Stunden operieren.

Rooster kann auch in engen Innenräumen wie Tunneln eingesetzt werden.
Rooster kann auch in engen Innenräumen wie Tunneln eingesetzt werden. (Foto: Robotican)

Das System wird stetig weiterentwickelt. In Zukunft soll der Rooster noch kleiner werden, um im sogenannten confined space (beengter Raum) noch besser eingesetzt werden zu können. Auch soll das System um die Fähigkeit des „Mappings“ erweitert werden. So können im Einsatz Tunnel oder Gebäude gleich kartiert werden. Diese Fähigkeit wird auch im Bergbau nachgefragt. Ebenfalls soll die Fähigkeit der Selbstnavigation hinzukommen. Schon heute arbeitet das System ohne GPS. Dies soll aber noch genauer werden, dazu wird das System in Zukunft durch neue Sensoren und AI unterstützt.

Rooster hat eine NATO Stock Number (NSN; Bestellnummer) und ist nach Herstellerangeben bei zwei europäischen NATO-Spezialkräften bereits in Nutzung. In Deutschland werden die Lösungen von Robotican unter anderem durch die Messer Waffenhandel und Sicherheitsgesellschaft mbH aus Offenbach bei Frankfurt angeboten.

Redaktion/sab/af