StartMobilitätWarrior wird Minenräumer: Umbau vom Schützenpanzer in UGV

Warrior wird Minenräumer: Umbau vom Schützenpanzer in UGV

Großbritannien plant, außer Dienst gehende Schützenpanzer Warrior zu optional bemannten Minenräumfahrzeugen umzubauen. Am 21. August veröffentlichte das britische Verteidigungsministerium eine Vorinformation zum Projekt Atilla, nach der es um Risikominimierung und Beschleunigung der Beschaffung eines modularen autonomen Verlustgeräts mit hoher Zuladung für die Royal Engineers unter Nutzung von gegenwärtig in Dienst befindlichen Fahrzeugen geht.

Erste Phase des Projekts ist die Beschaffung von sechs optional bemannten Fahrzeugen auf Warrior-Basis mit entsprechendem Buggerät für eine Minenräumfähigkeit von Kampfgruppen. In der zweiten Phase sollen eine Weiterentwicklung vom ferngesteuerten zum autonomen Einsatz erfolgen und die Anforderungen für die künftige Beschaffung von Unmanned Ground Vehicles (UGV) verfeinert werden. Der Vertragswert wird mit zwölf Millionen Pfund (13,9 Millionen Euro) bei einer Laufzeit von Januar 2026 bis März 2028 angegeben. Eine Verlängerung um ein Jahr ist möglich.

Warrior-Modernisierung als Schützenpanzer gestrichen

Der 1987 eingeführte Schützenpanzer Warrior soll in dieser Funktion zumindest teilweise durch das gepanzerte Transportkraftfahrzeug Boxer abgelöst werden. Durch Ausstattung mit Minenräumpflügen- oder -rollen beziehungsweise raketenverbrachten Sprengschnursystemen könnte er aber mit neuer Aufgabe weiter genutzt werden. Die Weiterentwicklung soll „spiralförmig“ aufgrund der Erfahrungen mit einer zunehmenden Zahl von Systemen erfolgen. Am Ende soll dann ein zweckgebautes UGV stehen.

Der Warrior wurde ursprünglich in einer Stückzahl von 489 Schützenpanzern mit unstabilisierter 30-mm-Kanone RARDEN, 105 Instandsetzungs- und 84 Führungsfahrzeugen sowie 51 Beobachtungs- und 39 Bergepanzern beschafft. Hinzu kamen 19 Artillerie-Gefechtsstandfahrzeuge. Kuwait bestellte 1993 die Variante Desert Warrior mit 254 Stück. Diese hatte einen neuen Turm mit stabilisierter 25-mm-Maschinenkanone M242 Bushmaster und koaxialem 7,62-mm-Maschinengewehr, beide fremdgetrieben, sowie zwei Startern für Panzerabwehrlenkflugkörper TOW.

WhatsApp MRV ST Desktop 500 x 300yH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==

Keinen Erfolg hatte der für die Schweiz entwickelte modernisierte Warrior 2000 mit 30-mm-Kanone Bushmaster II Mk. 44. Ab 2011 sollten 380 britische Fahrzeuge mit modularer Zusatzpanzerung und fortschrittlicher Elektronik kampfwertgesteigert werden, um sie ab 2018 bis nach 2040 in Dienst zu halten. Davon sollten 245 Schützenpanzer einen neuen Turm mit stabilisierter CTA 40-mm-Kanone erhalten, der Rest als Unterstützungsfahrzeuge dienen. Nach diversen Verzögerungen wurde das Programm jedoch 2021 aus Kostengründen gestrichen. Zuletzt erhielt Rheinmetall den Auftrag, 359 Warrior mit Rückfahrkameras auszustatten.

Stefan Axel Boes