StartBewaffnungBritischer Auftrag für Sceptre 155-mm-Ramjet-Munition

Britischer Auftrag für Sceptre 155-mm-Ramjet-Munition

Tiberius Aerospace hat einen Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums für seine 155-mm-Ramjet-Munition TRBM 155HG Sceptre erhalten. Großbritannien ist damit Erstkunde für diese Präzisionsmunition langer Reichweite. Einzelheiten des Vertrages wurden nicht mitgeteilt, Umfang und Beginn der Lieferung sind daher vorerst unbekannt.

Bei Sceptre handelt es sich um eine Artilleriemunition, die statt des bisher üblichen Raketenboosters zur Reichweitensteigerung über ein integriertes flüssigkeitsgetriebenes Staustrahltriebwerk (Ramjet) verfügt. Damit soll es eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern bei einer Gipfelhöhe oberhalb von 65.000 Fuß (19.800 Meter) und einer Geschwindigkeit von Mach 3,5 (in dieser Höhe etwa 1.040 m/s) erreichen. Die maximale Nutzlast beträgt 5,2 Kilogramm.

Sceptre fliegt oberhalb des GPS-Störbereichs

Letztere ist im Vergleich zu traditioneller 155-mm-Munition, die bei einem Geschossgewicht von 40 bis 50 Kilogramm typischerweise sechs bis zehn Kilogramm Sprengstoff enthält, relativ gering. Tiberius wirbt jedoch abgesehen von der hohen Reichweite damit, dass die Gipfelhöhe jenseits des Wirkungsbereichs von GPS-Störsendern liegt, wodurch der Streukreis im Ziel selbst in GPS-denied-Umgebungen bei weniger als fünf Metern liege.

Sceptre soll voll kompatibel mit 155-mm-Plattformen nach NATO-Standard sein, wobei das Zündsystem und die begrenzten Berührungspunkte der Munition mit dem Rohr den Verschleiß beim Schießen minimieren soll. Der Ramjet kann mit Dieselkraftstoff oder den NATO-Standardtreibstoffen JP-4 und JP-8 betrieben werden, mit denen das Geschoss erst unmittelbar vor Verwendung befüllt werden muss. Unbefüllt hat es eine Lagerzeit von über 20 Jahren.

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Tiberius Aerospace wurde 2022 von zwei Gründern und einem Team mit Silicon-Valley-Hintergrund etabliert und tritt erst seit Mai dieses Jahres öffentlich auf. Das Unternehmen verfolgt einen Ansatz von „Verteidigung als Dienstleistung“. Zuletzt stellte es seine KI-getriebene Softwareplattform GRAIL für die Entwicklung neuer Waffensysteme vor, das auch hinter Sceptre steht.

Redaktion/sab