Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) baut ihre Unterstützung für die gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge weiter aus. Gemeinsam mit dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr stellte die Hilfsorganisation am heutigen Freitag auf dem Gelände des Bundesministeriums der Verteidigung in Bonn die neue Verwundeten-Transportkomponente 100 (VTpK-JUH100) vor: Aus Beständen ihrer Regionalverbände stellt die JUH bundesweit 100 Krankentransportfahrzeuge (mindestens KTW Typ A) für den qualifizierten Transport Verwundeter bereit. Die Fahrzeuge stehen sowohl für Einsätze innerhalb Deutschlands als auch – bei entsprechender Beauftragung – im Bündnisgebiet zur Verfügung.
Die Komponente übernimmt im Regelfall den Transport von verwundeten Soldatinnen und Soldaten aus sogenannten Hubs (Aufnahmezentren) des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Deutschland und bringt diese in Krankenhäuser oder andere geeignete medizinische Einrichtungen zur Weiterbehandlung. Darüber hinaus kann die VTpK-JUH100 auch im Zivil- und Bevölkerungsschutz eingesetzt werden, etwa bei Evakuierungen von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen in Großschadens- oder Krisenlagen.
Personal aus Regionalverbänden, Koordinierung zentral
„Mit der Verwundeten-Transportkomponente 100 leisten wir aus eigener Kraft einen sehr konkreten Beitrag zur Sicherheit und Resilienz unseres Landes“, sagte Oliver Meermann, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, am Freitag in Bonn. „Wir zeigen damit, dass wir als Hilfsorganisation bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – partnerschaftlich, pragmatisch und im Einklang mit unseren humanitären Werten.“
Die VTpK-JUH100 basiert auf Fahrzeugen und qualifiziertem Personal aus allen Regionalverbänden der Johanniter und ist zunächst auf eine Einsatzdauer von bis zu drei Monaten ausgerichtet. Das Personal rekrutiert sich im Wesentlichen aus dem Ehrenamt. Vorbereitung und Einsätze werden über das Johanniter-Bundeszentrum für Krisenmanagement (JBK) zentral koordiniert. Durch die Aufstellung der Komponente kommt es zu keiner Einschränkung des örtlichen Bevölkerungsschutzes.
Johanniter leisten Beitrag zur gesamtstaatlichen Vorsorge
„Die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen machen deutlich: Landes- und Bündnisverteidigung ist eine gesamtstaatliche Aufgabe“, sagte Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr. „Deswegen ist eine funktionierende und belastbare zivil-militärische Zusammenarbeit notwendiger denn je. Die Verlässlichkeit ziviler Unterstützung in einem militärischen Verteidigungsszenario ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.“
Mit der neuen Komponente unterstreicht die Johanniter-Unfall-Hilfe nach eigenen Angaben ihren Anspruch, einen aktiven Beitrag zur gesamtstaatlichen Vorsorge zu leisten – im militärischen wie im zivilen Kontext. Dabei bleibt ihre humanitäre Unabhängigkeit und Neutralität jederzeit gewahrt. Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit mehr als 33.000 Beschäftigten, rund 44.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland.
Redaktion/sab









