Der österreichische Waffenhersteller Steyr Arms hat die ersten Gewehrgranatgeräte vom Typ GL 40 an die Bundeswehr ausgeliefert. Das geht aus einer kürzlichen Mitteilung auf LinkedIn hervor. Steyr hatte vor fast genau einem Jahr den Zuschlag für ein Nachfolgemodell des bisherigen AG36 von Heckler & Koch bei den Spezialkräften erhalten. Der ursprünglich für das Steyr AUG entwickelte GL 40 wird insbesondere mit dem neuen Bundeswehr-Standardgewehr G95 zum Einsatz kommen, kann aber auch am G36 montiert werden oder als Stand-Alone-Waffe zum Einsatz kommen.
Wie beim AG36 wird das im Kaltschmiedeverfahren gehämmerte Rohr des GL 40 mit 180 Millimeter Länge zum Laden seitlich ausgeschwenkt, um auch längere Patronen aufnehmen zu können. Er kann damit alle gängigen 40 × 46 mm Low-Velocity-Granaten verschießen. Die Waffe verfügt über ein „Double Action only“-Abzugssystem. Eine Zwei-Stellungs-Sicherung kombiniert mit einer internen Fallsicherung und einer zusätzlichen Sicherung, die den Abzug im nichtmontierten Zustand blockiert, sorgen für aktive und passive Sicherheit bei gleichzeitiger uneingeschränkter Einsatzfähigkeit.
GL 40 kann auch als Stand-Alone-Waffe genutzt werden
Der GL 40 wiegt laut Hersteller 1,17 Kilogramm bei einer Gesamtlänge von 264 Millimetern. Die Oberflächen aller Stahlteile sind mit dem hauseigenen Steyr Mannox-Verfahren gegen Korrosion und Abrieb geschützt. Neben dem Leitervisier lassen sich verschiedene Ziel- und Visiereinrichtungen über Picatinnyschienen auf der Neun-, Zwölf- und Drei-Uhr-Position anbringen.
Der modulare Aufbau ermöglicht einfache Wartung und Austauschbarkeit aller Baugruppen. Das Granatgerät lässt sich ohne spezielles Werkzeug in einen Stand-Alone-Werfer umkonfigurieren. Der AR15-kompatible Hinterschaft lässt sich in der Länge verstellen. Der ebenso AR15-kompatible Handgriff besitzt eine griffsichere Haptik und lässt sich durch austauschbare Griffrücken und Seitenteile gleichfalls an die Hände des Schützen anpassen.
Wie österreichische Fachmedien berichten, wurde der Rahmenvertrag über bis zu 4.476 Stück für die Bundeswehr Ende Februar für weitere Lieferungen einer leicht modifizierten Version angepasst. Dies würde darauf hindeuten, dass die von Soldat & Technik bereits berichteten Überlegungen zur querschnittlichen Einführung des Typs über die Spezialkräfte hinaus umgesetzt werden.
Redaktion/sab










