Die finnische Patria hat Kongsberg Defence & Aerospace aus Norwegen einen Auftrag zur Lieferung von über 300 Waffenstationen des Typs Protector RS4 für ihren 6×6-Transportpanzer CAVS erteilt. Die Order im Wert von rund 140 Millionen Euro umfasst nach Angaben von Patria eine weitere Bestellung für Schweden sowie Subsysteme der RS4 für mehrere Varianten des Fahrzeugs, die Deutschland im Dezember 2025 bestellt hatte.
Diese bis zu 876 CAVS sollen in Zusammenarbeit mit deutschen Industriepartnern endmontiert und bis 2030 ausgeliefert werden. Der Auftrag für die Bundeswehr umfasst bislang die Varianten als Mannschaftstransportwagen, Pioniergruppentransporter, Panzeraufklärungsgruppentransportern und Mörserträger 120 mm NEMO. Unter anderem sollen auch die Heimatschutzkräfte mit dem CAVS und zur Drohnenabwehr geeigneten Waffenstationen ausgestattet werden.
Waffenstation kann auch zur Drohnenabwehr eingesetzt werden
Die Protector RS4 wird in zahlreichen westlichen Streitkräften eingesetzt und kann mit verschiedenen Waffen wie Maschinengewehren vom Kaliber 5,56 bis 12,7 mm, Granatmaschinenwaffen Kaliber 40 mm und Panzerabwehrlenkflugkörpern bestückt werden. Sie enthält ein optronisches Zielerfassungssystem mit Tag- und Nachtsichtkanal sowie Laserentfernungsmesser. Zur Drohnenabwehr kann sie auch in ein Ethernet-basiertes System zur kollaborativen Nutzung eingebunden und mit Radarsensoren kombiniert werden.
Nach Angaben von Kongsberg positioniert der aktuelle Auftrag die RS4 als Standard-Waffenstation für die multinationale CAVS-Flotte. Patria verzeichnet mittlerweile fast 2.000 Bestellungen des Fahrzeugs einschließlich Optionen, und hat über 300 davon ausgeliefert. Programmmitglieder sind neben Deutschland, Schweden und dem Herkunftsland Finnland auch Dänemark, Großbritannien, Lettland und Norwegen. Mit einem Bedarf von insgesamt 4.000 Stück als Nachfolger des Transportpanzers Fuchs könnte die Bundeswehr größter Nutzer werden.
Stefan Axel Boes








