Die staatliche polnische Holding Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) hat BAE Systems als Partner für die Steigerung der einheimischen Produktion von Artilleriemunition ausgewählt. Wie PGZ am Montag dieser Woche mitteilte, sei die Entscheidung nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren und Gesprächen mit mehreren Anbietern gefallen. Außer BAE hatten sich unter anderem die tschechische CSG, General Dynamics Ordnance and Tactical Systems und die türkische Makine ve Kimya Endüstrisi beworben.
Auch KNDS France hatte eine Partnerschaft zum Erreichen einer jährlichen Produktion von 200.000 Schuss innerhalb von weniger als drei Jahren offeriert. Nach der jetzigen Vereinbarung wird BAE Systems einen Technologie- und Wissenstransfer an PGZ vornehmen, der auch automatisierte Fertigungskapazitäten umfasst. Diese werden bereits in Großbritannien implementiert, um die Produktion von 155-mm-Geschossen um das 16-fache zu steigern.
BAE machte vorteilhaftestes Angebot
In Polen soll der Bau von drei entsprechenden Fertigungsanlagen noch dieses Jahr beginnen und 2027/28 abgeschlossen sein. Danach soll die anfängliche Jahresproduktion 130.000 Schuss betragen. Laut PGZ war das Angebot von BAE im Bezug auf die drei Haupt-Auswahlkriterien von Souveränität in der Herstellung, technologische Lösungen und Preis, aber auch hinsichtlich nationalen Sicherheitsinteressen und künftigem Entwicklungspotenzial am vorteilhaftesten.
Im vergangenen Monat hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bei einem Besuch der Munitionsfabrik Nitro-Chem in Bydgoszcz erklärt, dass Polen die inländische Jahresproduktion von 155-mm-Artilleriemunition bis 2027 von derzeit 30.000 auf 180.000 erhöhen wolle. Nach Angaben von Tusk betrug diese noch 2023 lediglich 5.000 Stück. Eine weitere Versechsfachung innerhalb von zwei Jahren sei daher ein sehr realistisches Ziel.
Stefan Axel Boes





