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COVID-19 fallen dieses Jahr viele Veranstaltungen zum Opfer, zum Beispiel die Enforce Tac im März (neuer Termin: 1. & 2. September) oder mit der Eurosatory die größte und wichtigste Messe im Bereich der Verteidigung und Sicherheit in Europa. Da müssen sich die Hersteller und Ausrüster neue Informations- und Vertriebswege suchen. CZ (Česká Zbrojovka) führte daher am Donnerstag, den 9. April eine Videokonferenz mit Fachjournalisten durch, um über seine Neuheiten zu berichten, die eigentlich im März auf der Enforce Tac und IWA vorgestellt werden sollten. Gerade 2020 hatte sich CZ viel vorgenommen und wollte den Behördenmarkt einerseits weiter öffnen und ihm andererseits einen stärkeren Fokus geben.

 

P-10 M als neues Familienmitglied

Die wichtigste Neuheit für den Behördenmarkt ist die CZ P-10 M (Mikro) aus der CZ P-10 Schlagbolzenschloss-Pistolenfamilie. Die Mikro ist damit das fünfte und kleinste Familienmitglied und vor allem für einen verdeckten Einsatz konzipiert. Außerdem soll sie durch Schützen mit kleinen Händen genutzt werden. Natürlich erhofft sich CZ damit auch Erfolg auf dem Zivilmarkt, vor allem bei Frauen.

Foto: CZ

In der Klasse der superkompakten Pistolen im leistungsstarken Kaliber 9 x 19 mm will CZ damit neue Maßstäbe setzen. Sie bietet für professionelle Waffenträger eine ausgewogene Balance in Bezug auf Abmessungen und Gewicht (525 Gramm).

Mit einer Magazinkapazität von 7+1 Patronen zeichnet sich das Modell CZ P-10 M durch eine vergleichbar geringere Breite gegenüber allen anderen Pistolen mit Schlagbolzenschloss aus. Es sind aber auch verlängerte Magazine mit größeren Kapazitäten erhältlich. Der innere Verschlussfang erlaubt ein schnelles Durchladen und zeigt zuverlässig den leeren Ladezustand der Pistole an. Das Fehlen des äußeren Verschlussfanghebels am Griffstück eliminiert das Risiko eines Handhabungsfehlers und macht die Waffe sehr schlank.

Foto: CZ

Trotz der radikalen Verkleinerung hat die neue Pistole alle wichtigen Merkmale der P-10 Baureihe: Ergonomie, weicher Abzugsverlauf und eine intuitive Bedienung. Ihre Oberflächenbehandlung macht die CZ P-10 M korrosionsbeständig und kratzfest. Damit verbunden ist ihre hohe Lebensdauer und Zuverlässigkeit. Zwei Paar Durchladerillen optimieren ihre Anwenderergonomie, das Polymergriffstück mit integrierter Montageschiene nach MIL-STD-1913 erlaubt die Aufnahme einer taktischen Licht-/Lasereinheit. Zu den weiteren Vorzügen der Mikropistole CZ P-10 M zählt ihre Schussgenauigkeit, die laut Hersteller identisch mit den größeren Geschwistern wie der CZ P-10 C ist. Eine Optical Ready Version ist vorgesehen und soll ebenfalls in Kürze vorgestellt werden.

Nach der Präsentation sagte Sven Stollenwerk, Geschäftsführer der CSC Arms Division GmbH und für den Vertrieb von CZ Waffen in Deutschland verantwortlich: „CZ Handwaffen zeichnen sich durch qualitativ hochwertige Verarbeitung, eine außergewöhnliche Eigenpräzision, geringen Wartungsaufwand, leichte Pflege und einen fairen Preis aus. Dadurch sind sie gleichermaßen für Behörden, Einsteiger oder Wettkampfschützen geeignet und nur zu empfehlen.“ CZ verspricht auch bei der kleinsten P-10 die gleiche Qualität, Funktionalität, Treffgenauigkeit, usw. wie bei den größeren Geschwistern.

Foto: André Forkert

Die P-10 Pistolenfamilie ist an die österreichische Glock Familie angelehnt, allerdings mit anderer Technik umgesetzt.

So entspricht die CZ P-10 C (Lauflänge 102 mm, 15 Patronen, 740 gr.) der Glock 19, die P-10 F (114 mm, 19 Patronen, 800 gr.) der Glock 17 und die P-10 S (114 mm, 12 Patronen, 800 gr.) der Glock 26. Die P-10 SC verbindet den langen Lauf (90 mm, 15 Patronen, 710 gr.) mit einem sehr kompakten Griffstück.

Ebenfalls vor Ort waren die P9 (115 mm, 19 Patronen, 890 gr.) und die P7 (95 mm, 15 Patronen, 800 gr.) – beide basieren auf der CZ 75 und sind ausschließlich für den Behördenmarkt gedacht. Alle Pistolen vor Ort waren im Kaliber 9×19 NATO. Die P7 und P9 sind auch in anderen Kalibern erhältlich.

 

Foto: André Forkert

Pistole für Spezialkräfte

Noch in der Entwicklung ist eine Pistolenvariante für Spezialkräfte. Auslöser war eine Kundenforderung. Sie basiert auf der CZ P-10 C und wird einen Schalldämpfer und weitere kleinere Veränderungen erhalten. Derzeit befindet sich das Projekt noch in der Testphase, unter anderem um die perfekte Abstimmung von Waffe, Schalldämpfer und Munitionsart zu garantieren.

An der Waffe wird unter anderem der Lauf um 2 cm verlängert und zur Aufnahme des Schalldämpfers mit einem entsprechenden Gewinde versehen.

 

CZ mit besserem Support

Ende letzten Jahres hat CZ seine Website umgebaut, um dem Kunden mehr Service zu bieten. Sie ist jetzt in vier Sprachen verfügbar, unter anderem in Deutsch.

Mit dem neuen CZ Konfigurator kann sich jeder seine Waffe personalisieren und online direkt ab Werk bestellen. So lassen sich über den Konfigurator zum Beispiel Farben, Abzüge, Magazine, Optiken oder Zubehöre aussuchen und integrieren. Für die Länder Tschechien und Slowakei ist er schon online. Weitere Länder wie Deutschland, Polen, Frankreich oder USA sollen in Kürze folgen. Diese Option richtet sich natürlich in erster Linie an Sportschützen, aber auch Beschaffer können hier schnell und einfach sehen, welche Konfigurationen erhältlich sind und ggf. den eigenen Fähigkeitsforderungen am Nächsten kommen.

Es gibt sogar nach der Zusammenstellung der „Lieblingswaffe“ die Option ein „Crowdfunding“ aufzurufen und sich so die Waffe finanzieren zu lassen.

Im Sinne des Schießsports ist CZ der globale Partner der Konföderation IPSC (International Practical Shooting Confederation). Damit will CZ in diesem Jahr die Unterstützung der Schützen sicherstellen und ihnen dabei helfen, großartige Events durchzuführen und eine größere Verbreitung des IPSC Schießsports zu ermöglichen.

André Forkert