StartFührung & KommunikationDigitales Gefechtsleitsystem in die Truppe eingeführt

Digitales Gefechtsleitsystem in die Truppe eingeführt

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Die Bundeswehr hat als digitales Gefechtsleitsystem das Battle Management System (BMS) SitaWare in die Truppe eingeführt. In Frankenberg/Sachsen haben Soldaten der Panzergrenadierbrigade 37 das neue BMS vorgestellt, das zu den Voraussetzungen für vernetzte Gefechtsführung auf nationaler und Bündnisebene gehört.

Die Panzergrenadierbrigade 37 wird Teil der NATO-Speerspitze „Very High Readiness Joint Task Force (Land)“ (VJTF (L)) sein und das neue digitale Gefechtsleitsystem 2023, wenn Deutschland die Speerspitze wieder führt,  erstmal im Einsatz nutzen.

Das Battle Management System ist als streitkräftegemeinsame Technologie ein zentraler Bestandteil bei der Digitalisierung landbasierter Operationen. Das System soll dafür sorgen, dass die Bundeswehr Informationen in Einsätzen interoperabel und bruchfrei zwischen Gefechtsständen, Einheiten und Verbündeten austauschen kann.

Das BMS erstellt ein ebenengerechtes Lagebild, das sowohl dem einzelnen Soldaten, als auch dem militärischen Führer jeweils einen ihrer jeweiligen Führungsebene angepassten Überblick über die Lage verschafft: So erzeugt das System für den einzelnen Soldaten auf dem Gefechtsfeld eine Darstellung seiner unmittelbaren Umgebung, was ihm die Durchsetzung seines Auftrags und die Orientierung im Gelände deutlich erleichtert, während der verantwortlichen militärischen Führung eine Gesamtübersicht des Einsatzgebiets und der operativen Kräfte generiert.

Das System bietet hierfür auf Grundlage der bestehenden Funksysteme eine moderne Führungsfunktionalität mit zeitgemäßer Ergonomie. Durch eine offene Softwarearchitektur ermöglicht das BMS die Anpassung an die verschiedenen Fahrzeuge der Bundeswehr.

Die BWI, IT-Systemhaus und Digitalisierungspartner der Bundeswehr, unterstützt die deutschen Streitkräfte mit der Entwicklung und dann auch bei dem Betrieb von IT-Services für das BMS, eingebettet in den Mission Enabling Service der Bundeswehr. Zudem baut sie die für das BMS notwendige IT-Infrastruktur sowohl für Gefechtsstände als auch Fahrzeuge auf. Im Frühjahr 2021 hat die Ausstattung mit der für das BMS vorgesehenen Hardware begonnen. 2023 soll das neue digitale Führungssystem vollständig zur Verfügung stehen. Das Projekt „BMS VJTF 2023“ ist Teil des Programms „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO), mit dem die BWI neben dem Programm Harmonisierung der Führungsinformationssysteme/German Mission Network (HaFIS/GMN) ihren Beitrag zur vernetzten, digitalen Gefechtsführung der Bundeswehr leistet.

Basis des neuen BMS ist die Produktfamilie SitaWare des dänischen Softwareentwicklers Systematic. Das BMS wurde im Test- und Versuchsverband des Heeres in Munster erprobt und entsprechend den Ergebnissen auf die speziellen Anforderungen des Heeres zugeschnitten.

Mit dem BMS sollen Missionen geplant, Lagen und eigene Truppen dargestellt und Informationen bis hin zum einzelnen abgesetzten Soldaten ausgetauscht werden. Vergleichbar zu einem Betriebssystem wie Windows oder iOS liefert es eine Benutzeroberfläche, über die Informationen in Form eines Echtzeit-Lagebildes bereitgestellt werden. Dabei fügt das Führungsinformationssystem Daten unter anderem von Sensoren und Subsystem zusammen, wie zum Beispiel von ADLER (Artillerie-, Daten-, Lage- und Einsatz-Rechnerverbund), dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem der Artillerietruppe.

Das Vergabeverfahren für das Produkt wurde in weniger als zwölf Monaten abgeschlossen, was für ein hochkomplexes und IT-vernetztes Rüstungsprojekt eine bemerkenswert kurze Zeitspanne darstellt.

Gerhard Heiming