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Die Bundeswehr hat Rheinmetall, seit kurzem Vertriebspartner für Helme des Herstellers Galvion in Deutschland, mit der Lieferung von 5.000 Systemen „Gefechtshelm, Zwischenlösung“ beauftragt, wie die Soldat & Technik aus gut informierten Kreisen erfahren hat. Rheinmetall wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.

Bei dem „Gefechtshelm, Zwischenlösung“ handelt es sich um den an die Bedürfnisse der Bundeswehr angepassten Fullcut-Gefechtshelm Batlskin Viper des US-Unternehmens Galvion. (Foto: Waldemar Geiger)

Bei dem „Gefechtshelm, Zwischenlösung“ handelt es sich um den an die Bedürfnisse der Bundeswehr angepassten Fullcut-Gefechtshelm Batlskin Viper des US-Unternehmens Galvion. Bis Ende 2019 firmierte Galvion noch unter dem Namen Revision. Der Gefechtshelm verfügt über eine an der Stirnseite angebrachte Aufnahme für Nachtsichtgeräte sowie über verschraubte Seitenschienen und ermöglicht es dem Soldaten, einen Aktivgehörschutz zu tragen. Ein Pad-System sorgt für die Polsterung. Die Verwendung der Helme ist unter anderem für folgende Truppenteile im Heer vorgesehen:

  • Spezialisierte Kräfte mit Erweiterter Grundbefähigung
  • Joint Fire Support Teams der Artillerie und der Infanterie
  • Mörserzüge der Infanterie
  • Besatzungen der TOW-Wiesel der Infanterie

Zusätzliche Lieferoption für VJTF-Kräfte möglich

Dem Vernehmen nach beinhaltet der Rahmenvertrag eine Option, die Liefermenge um 10.000 weitere Helmsysteme zu erweitern, um damit unter anderem die für die Nato-Speerspitze (VJTF 2023) vorgesehene Kräfte ausstatten zu können. Das Bundesministerium der Verteidigung hat bereits im  11. Rüstungsbericht vom Juni 2020 zu Protokoll gegeben, dass der „sich aktuell in der Ausschreibung befindliche Rahmenvertrag zum Gefechtshelm, Zwischenlösung, eine zusätzliche Optionsmenge von 10.000 Stück, die unmittelbar nach einer Bezuschlagung abgerufen werden kann“, beinhalte. „Hierdurch wäre eine alternative Ausstattung der Kampf- und Kampfunterstützungstruppen der VJTF 2023 mit einem zum SMG (Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion, Anm. d. Red.) kompatiblen Gefechtshelm möglich.“

Die Beschaffung von 8.000 der angesprochenen Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion vom Typ ComTac XPI des Herstellers 3M Peltor wurde bereits im Sommer 2020 beauftragt, wie S&T berichtete. Diese Sprechsätze können jedoch nicht in Verbindung mit dem aktuell in der Truppe befindlichen Gefechtshelm genutzt werden. Damit die VJTF-Truppe diese Sprechsätze nutzen kann, welche sowohl dem Gehörschutz als auch der verbesserten Kommunikation der Soldaten dienen, wäre eine baldige Wahrnehmung der Option zwingend notwendig. Denn die Beschaffung eines neuen Gefechtshelmes für die gesamten Streitkräfte wird sich dem Vernehmen nach noch mehrere Jahre hinziehen.

Das BMVg ging im Sommer noch davon aus, dass der neue „Gefechtshelm Streitkräfte“ – so der Projektname – nicht vor Sommer 2022 in der Truppe zu erwarten ist. Dies natürlich unter dem Vorbehalt, dass das Projekt ohne technische oder juristische Verzögerungen realisiert werden kann.

Waldemar Geiger