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Die Bundeswehr beabsichtigt, die Infanterie mit unbemannten Bodenfahrzeugen für logistische Einsatzzwecke auszustatten und erprobt dazu im Rahmen einer F&T-Studie unterschiedliche marktverfügbare Systeme in wechselnden Einsatzszenarien.

In dieser Woche führt das Amt für Heeresentwicklung (Abteilung II 2) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (Abteilung U6.2), der Wehrtechnischen Dienststelle 81, dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE und der 6. Kompanie des Wachbataillons eine Erprobung zweier marktverfügbarer Systeme auf dem Truppenübungsplatz Lehnin durch. Im Schwerpunkt der derzeitigen Erprobungen steht das selbstständige Folgen von beladenen Unmanned Ground Vehicles (UGV) im bewaldeten Gelände. Für die aktuellen Tests werden die UGV Ziesel von Hentschel und Diehl Defence sowie THeMIS (Tracked Hybrid Modular Infantry System) von Milrem Robotics genutzt.

Im Herbst 2019 wurden an der Infanterieschule in Hammelburg Tests mit den ferngesteuerten Systemen Mission Master (Rheinmetall), Ziesel (Hentschel und Diehl Defence) sowie Probot (Elbit Sysystems) durchgeführt, um erste praktische Erkenntnisse zu gewinnen. Dem Vernehmen nach fielen diese bei den teilnehmenden Nutzern des Heeres positiv aus. Es wird beabsichtigt, in Zukunft auch andere marktverfügbare Systeme zu testen.

Solche UGV sollen zukünftig als Cargo Mule, auf Deutsch Lastenmuli, in den schweren Zügen der Infanterie eingesetzt werden und beim Transport der schweren abgesessenen Waffen, wie beispielweise Granatmaschinenwaffen (GraMaWa) und MELLS-Panzerabwehrlenkflugkörper, unterstützen. Für eine Vollausstattung wären somit sechs Systeme, je drei GraMaWa und drei MELLS, notwendig.

Waldemar Geiger