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Die E-LynX Funkgerätefamilie von Elbit Systems setzt ihren Siegeszug in Europa fort. Nach Deutschland, Schweden, Spanien und den Niederlanden ist die Schweiz der fünfte Staat, der diese Funkgeräte für seine Streitkräfte einführt.

Am 17. Dezember 2020 hat Elbit gemeldet, dass die armasuisse mit dem Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung von einer armeeweiten taktischen mobilen Software Defined Radio-Netzwerklösung im Rahmen des Digitalisierungsprogramms “Ersa mob Komm” (Ersatz von Komponenten mobiler Kommunikation) im Wert von 276 Millionen Euro abgeschlossen hat. Die Lieferung der Funkgeräte erfolgt über einen Zeitraum von sechs Jahren.

Im Rahmen des Projekts Telekommunikation der Armee (TK A) wird ein Teil der veralteten Funkgeräte und damit verbundenes Zubehör ersetzt. Dieser Ersatz soll jedoch nicht System für System, unter Beibehaltung der vielen Schnittstellen zu Nachbarsystemen, erfolgen. Vielmehr sollen die zu ersetzenden Systeme in ein Gesamtkonzept integriert werden und damit als Teile einer Informations- und Kommunikationstechnologie-Plattform funktionieren. Dieses Vorgehen ermöglicht den durchgängigen Datenaustausch und stellt die erforderlichen Datenbandbreiten zur Verfügung. Die Armee beabsichtigt deshalb, die derzeit vielfältige Systemlandschaft in mehreren Beschaffungsschritten in eine einheitliche Telekommunikationsplattform gestaffelt über mehrere Rüstungsprogramme zu überführen. Der „Ersatz von Komponenten der mobilen Kommunikation“ ist das zweite Projekt der TK A und wurde mit dem Rüstungsprogramm 2020 genehmigt.

Die zu liefernde digitale Mobilfunklösung basiert auf der E-LynX Familie von SDR mit offener Architektur und ermöglicht eine schnelle, zuverlässige und sichere Kommunikation in der gesamten Schweizer Armee. Die armeeweite E-LynX-Mobilfunklösung, die der Schweizer Armee im Rahmen dieses Vertrages zur Verfügung gestellt wird, umfasst fortschrittliche Wellenformen und beinhaltet die SmarTMR-Routing-Lösung für die Integration unterschiedlicher (veraltete, non-IP, IP, usw.) Netzwerke sowie Fahrzeug-Intercom.

Nach Deutschland, Schweden, Spanien und den Niederlanden ist die Schweiz der fünfte Staat, der PNR-1000 UHF-Funkgeräte für seine Streitkräfte einführt. (Foto: Elbit)

Die auch PNR-1000 genannten Funkgeräte sind speziell für die Unterstützung abgesessener Soldaten in jedem Gelände konzipiert. Die IP-Funkgeräte bieten Ad-hoc-Vernetzungsfunktionen (MANet) einschließlich automatischer Multi-Hop-Dienste für Sprache und Daten, die das Situationsbewusstsein und die operative Effektivität unter rauen Feldbedingungen erheblich verbessern. Das E-LynX PNR-1000 arbeitet im UHF-Band mit kontinuierlicher Frequenzabdeckung zwischen 225-512 MHz auf einer sehr effizienten Bandbreite von 200 KHz und unterstützt dabei gleichzeitig Sprache, Daten und blue force tracking (BFT).

Ein hochentwickeltes Protokoll für den Medienzugriff und die Methodik der gleichzeitigen Übertragung mit einer einzigartigen Selbstsynchronisierungstechnik ermöglicht es jedem Funkgerät im Netzwerk, sich automatisch und schnell mit jedem anderen Funkgerät zu synchronisieren, das im selben Netzwerk betrieben wird, ohne dass eine externe Synchronisationsquelle (z. B. GPS-Signal oder Masterstation) verwendet werden muss.

Gerhard Heiming