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Die kanadischen Streitkräfte unternehmen einen weiteren Anlauf um die veralteten und technisch stark abgenutzten Pistolen des Typs Browning Hi-Power No. 2 Mk1 zu ersetzen. Die von der John Inglis Co. in Ontario gefertigten Waffen wurde bereits 1944 eingeführt und bilden bis heute den Grundstock des Pistolenbestandes.

Die für den Februar geplante Ausschreibung ist wahrlich nicht der erste Anlauf zur Ablösung der betagten Dienstpistole aus einheimischer Fertigung. Bereits 2011 versuchte das kanadische Verteidigungsministerium eine Beschaffung, scheiterte damals allerdings an den eigenen Vorgaben. Kein Hersteller war bereit die Konstruktionspläne für die eigenen Entwicklungen an Colt Canada zu übergeben. Im Falle eines Vertragsabschlusses beharrte die Regierung auf eine Fertigung in Kanada. Kein Anbieter aus dem internationalen Feld war bereit dazu einen Konkurrenten solch sensible Daten zu übergeben.

Bei der aktuellen Ausschreibungsvorbereitung wurde im Vorfeld bekannt, dass neben dem Heer auch die Luftwaffe und die Militärpolizei an der Beschaffung beteiligt sind. Das Gesamtvolumen wird sich somit auf 16.500 Selbstladepistolen mit Option auf weitere 3.500 Waffen belaufen. Diese sollen planmäßig ab dem Sommer 2022 zulaufen. Eine Vergabeentscheidung ist für den September dieses Jahres vorgesehen.

Über die technischen Aspekte der Ausschreibung ist nur wenig bekannt. Klar ist, dass sich die kanadischen Streitkräfte eine moderne und modulare Waffe mit der Möglichkeit zur Montage eines Leuchtpunktzielgerätes, Licht und Laser wünschen. Indes drängt die Zeit, da der Bestand an Hi-Power Pistolen zuletzt Mitte der 80er Jahre industriel überholt wurden und die noch sicher zu betreibenden und schussfähigen Waffen einen historischen Tiefstand erreicht haben.

Kristóf Nagy