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Das norwegische Rüstungsunternehmen Nammo AS hat den in Mississippi ansässigen Produzenten von Polymerhülsen MAC LLC vollständig übernommen. Dies teilte das Unternehmen heute mit. Der Konzern, mit Hauptsitz im norwegischen Raufoss, erwarb bereits im Januar 2018 einen signifikanten Anteil an dem US-Munitionshersteller MAC, welcher hauptsächlich für seine Polymerhülsentechnologie bekannt ist.

Das Interesse von Nammo an dem US-Munitionskomponentenhersteller ist nicht überraschend. MAC fertigt nicht nur Hülsen für exotische Projekte wie das .264 USA lightweight polymer cased composite ammunition System, sondern ist auch Zulieferer vom General Dynamics .338 Norma Magnum caliber Lightweight Medium Machine Gun (LWMMG)-Programm.

Die Besonderheit der von MAC produzierten Hülse im Gegensatz zu anderen, ähnlichen Erzeugnissen liegt in der Auslegung als Hybrid mit einem konventionellen Hülsenboden, welcher etwa 20 Prozent der Patronenlänge ausmacht. (Foto: Nammo)

Im Januar 2020 wurde bekannt, dass das U.S. Marine Corps MAC mit der Lieferung von Munition im Kaliber 12,7 mm x 99 mit einer hybriden Messing-Polymer Hülse in einem initialen Auftragswert von zehn Millionen US-Dollar beauftragte. Im April des gleichen Jahres wurde die projektierte Gesamtmenge seitens des Marine Corps Systems Commands mit 2,4 Millionen Patronen über einen Zeitraum von drei Jahren beziffert. Der Auftrag umfasst sowohl Weich- als auch Hartkernpatronen.

Die Besonderheit der von MAC produzierten Hülse im Gegensatz zu anderen, ähnlichen Erzeugnissen liegt in der Auslegung als Hybrid mit einem konventionellen Hülsenboden, welcher etwa 20 Prozent der Patronenlänge ausmacht. In diesen ist das Polymersegment mit der Pulverladung und dem Geschoss eingesetzt. Im Falle des erwähnten Kalibers 12,7 mm x 99 kann so eine Gewichtseinsparung von bis zu 33 Prozent erzielt werden. Diese Reduktion der Masse ist nicht nur für die Bewältigung von logistischen Aufgaben von Vorteil. Die Reduktion der Belastung von leichten Trägerplattformen wie z.B. Hubschraubern, Booten oder Fahrzeugen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen und ist förderlich für den Erhalt der Beweglichkeit bei hoher Munitionszuladung.

Durch die Übernahme aller Anteile sichert sich Nammo, welches weltweit 2.700 Mitarbeiter beschäftigt, nicht nur eine zukunftsorientierte Technologie, sondern auch eine jährliche Produktionskapazität von 4 Millionen Patronen.

Kristóf Nagy