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Die U.S. Army führt den neuen J-3 Trainingsfallschirm ein, um angehende Fallschirmjäger auszubilden, dies gab das US-Heer letzte Woche bekannt. Die Tests des Schirms wurden erst kürzlich durchgeführt, die Zertifizierung erfolgte durch das Airborne and Special Operations Test Directorate (ABNSOTD), mit Sitz in Fort Bragg/NC. Die Einsatztests wurden durch zertifizierte Testfallschirmspringer der „Black Hats“ des 1st Battalion, 507th Parachute Infantry Regiment Basic Airborne School durchgeführt.

„Das Ziel war es, den J-3 Trainingsfallschirm mit den vorhandenen Basisdaten des über 70 Jahre alten J-1 Trainingsfallschirms zu zertifizieren“, so Dr. Michael Currin, Airborne and Special Operations Test Directorate, Operations Research/Systems Analysis auf dem offiziellen Internetauftritt der U.S. Army. „Die Daten wurden bei nebeneinander erfolgten Abwürfen von Schaufensterpuppen aus dem 250-Fuß-Tower zur Risikoreduzierung gesammelt“, fügte er hinzu. Die Tests zeigten die Sicherheit, Kompatibilität und Zuverlässigkeit des J-3 Trainingsfallschirms mit dem 250-Fuß Tower Basic Airborne Training Apparatus. Insgesamt wurden zur Risikominderung fast 50 kombinierte Live-Fallschirmsprünge mit dem neuen J-3-Testschirm durchgeführt.

Laut Currin ist diese durchdachte Methodik entscheidend, um sicherzustellen, dass das neue Fallschirmsystem die etablierten Trainingsanforderungen erfüllt und, was noch wichtiger ist, von den Einsatzkräften als “sicher im Gebrauch” eingestuft wird.

Die ABNSOTD-zertifizierte Testspringer führten mehrere “Risikoreduzierungssprünge” durch, um die Unsicherheiten der Risiken zu verringern, die mit dem ersten Sprung mit dem neuen J-3 Fallschirm aus dem 250-Fuß-Turm verbunden sind. Dabei kam eine Reihe an Messgeräte zum Einsatz, um Zeit-, Raum- und Positionsdaten sowie Foto- und Videomaterial zu sammeln.

Die 250-Fuß-Türme werden nach Angaben der Army seit den Anfängen der Airborne School im Jahr 1940 genutzt. Damals erkannte das US-Verteidigungsministerium den Nutzen dieser Ausbildungshilfe und schickte den neu gegründeten Airborne Infantry „Test Platoon“ nach New Jersey, um die Türme dort zu nutzen. Diese Türme verleihen der Luftlandeausbildung einen Realismus, der nicht dupliziert werden kann, so die U.S. Army. Nicht lange nach dem Training auf den Türmen in New Jersey kehrte das Test Platoon nach Fort Benning, Georgia, zurück und führte am 16. August 1940 den ersten offiziellen Sprung aus einer Douglas B-18 durch.

„Der J-1-Schulungsfallschirm hat die Ausbildung seit fast 70 Jahren tadellos unterstützt. Die 250-Fuß-Sprungtürme sind seit ihrem Bau in den Jahren 1941 und 1942 fast ununterbrochen im Einsatz“, sagte Chief Warrant Officer Mark Springer von der U.S. Army Infantry School. Die U.S. Army Airborne School benötigte eigenen Angaben zufolge einen Ersatz für den aktuellen Trainingsfallschirm. Dieser basiert noch auf einer modifizierten T-10D-Kappe, die an einem modifizierten T-11-Gurtzeug befestigt ist. Der neue J-3-Schirm ist ein 32-Fuß flacher, kreisförmiger Fallschirm mit moderner Ausrüstung und Textilien.

Die U.S. Army hatte zuletzt den Truppenfallschirm T-10 durch den Nachfolger T-11 abgelöst. Doch dieser Schirm ist unter anderem sehr windanfällig, was zu vielen Unfällen und sogar Todesfällen führte. Daher sucht die U.S. Army bereits jetzt nach dem Nachfolger des T-11. Laut aktueller Planung soll dieser bereits in fünf Jahren wieder ausgesondert werden.

André Forkert