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Elbit Systems hat mit dem UGV Probot (Professional Robot) an der Felderprobung im Rahmen der F&T-Studie „Unmanned Ground Vehicles zur Unterstützung abgesessener Kräfte“ teilgenommen. Unter Leitung des Amtes für Heeresentwicklung und des BAAINBw haben Soldaten aus der Truppe verschiedene UGV in realitätsnahen Szenarien getestet und bewertet.

Zum Testprogramm gehörten nach einer Mitteilung von Elbit Systems u.a. Fahreigenschaften, Teleoperation/Fernbedienung, die Nutzbarkeit autonomer Funktionen und als Höhepunkt ein Gefechtsschießen mit Unterstützung durch die UGV.

Elbit bezeichnet den Probot als professionellen Roboter für Kampf, Aufklärungs- und Logistikaufgaben. Das kompakte UGV (L/B/H: 1,95m / 1,33m / 1,12 m) wiegt 435 kg und kann 750 kg Nutzlast tragen. Elektrischer Antrieb auf alle vier Räder (optional mit zusätzlicher Gummikette) aus einer 48V-Batterie ermöglicht acht Stunden Betrieb mit einer Geschwindigkeit bis zu zwölf km/h.

Gesteuert von einer gehärteten Bedienerkonsole kann der Probot Bilder einer 360°-Rundumsicht mit Tag-/Nachtsicht-Kameras – unterstützt durch Infrarotbeleuchtung – zusammen mit GPS-Daten aufzeichnen und über eine sicheres mobiles IP-Ad-hoc-Netz mit Mesh-Funktion übermitteln. Unter Sichtbedingungen (Line-of-Sight) beträgt die Reichweite 1.500 Meter.

Der Transport zur Verwundetensammelstelle kann sowohl direkt gesteuert als auch autonom erfolgen. (Foto: Elbit Systems)

Als beispielheften Einsatzzweck nennt Elbit den Transport von bis zu zwei Verwundeten zu einer Verwundetensammelstelle, der auch autonom erfolgen könne. Damit leiste Probot einen Beitrag zur Entlastung der Einsatzkräfte und zum Erhalt der Kampffähigkeit der Infanteriegruppe.

Der Probot im Einsatz

Der Probot befindet sich bereits seit geraumer Zeit in den israelischen Streitkräften im Einsatz und auch das französische Heer hat eine Version des Probot für Tests im Rahmen eines Einsatzes ausgewählt. Das System hatte sich im Vorfeld im Wettbewerb gegen vier andere Anbieter durchgesetzt, so eine Mitteilung der französischen Streitkräfte vom Mai diesen Jahres.

Das französische Heer hat mehrere Probots als ersten UGV überhaupt in einem Auslandseinsatz getestet. Nach Angaben der Armée de Terre wurden vier dieser Systeme von März bis Juni 2021 durch Soldaten des 126. Infanterieregiments im Rahmen der Operation Barkhane in der Sahel-Zone eingesetzt. Diese Tests sind Teil eines größeren Studienplans, der durch das Battle Lab Terre (BLT) über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird. Das BLT ist ein 2018 gegründeter Innovationsnukleus innerhalb der französischen Landstreitkräfte und hat die Aufgaben Verbindungen zwischen den für Innovationen notwendigen unterschiedlichen Akteuren zu knüpfen, dazu zählen unter anderem Ministerien, Industrie, Strat-ups, Forschungszentren und Hochschulen.

Das  als „Robopex“ getaufte Experiment hat ein spezifisches Ziel: die Rückmeldung einer Infanterieeinheit über den Einsatz von UGV im Einsatz. „Das Wichtigste ist, ein Feedback aus der Praxis zu bekommen“, wird Battalion Chief Jean-Charles, der das Projekt innerhalb der BLT leitet, in einem Beitrag des französischen Heeres zitiert. Weitere Tests sollen folgen.

In Mali wird der Probot in der Funktion als „Maultier“ verwendet. Dem Bericht nach sollen die UGV den Infanteristen einen Teil ihrer Ausrüstung abnehmen, seit einigen Jahren immer umfangreicher wird. Vor allem im Rahmen des Scorpion-Programms erhalten die Soldaten immer mehr zusätzliche Ausrüstung. Die unbemannten Systeme sollen den Kämpfern daher zu mehr Mobilität verhelfen. Nach Aussage des Projektleiters im BLT „kann ein einziges UGV eine komplette Infanteriegruppe entlasten“.

Waldemar Geiger und Gerhard Heiming