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Das spanische Luft- und Raumfahrt Unternehmen Arquimea hat nach eigener Aussage mit der QLM-40 Loitering Munition erstmalig ein Wirkmittel dieser Kategorie aus einheimischer Fertigung vorgestellt. Der Mitteilung des Herstellers ist zudem zu entnehmen, dass das spanische Heer bereits Interesse an dem Entwurf bekundet hat und die QLM-40 in naher Zukunft genauer betrachten wird. Die spanischen Streitkräfte untersuchen seit geraumer Zeit die konzeptionelle Nutzung von Loitering Munition.

Das in einem Madrider Vorort angesiedelte Unternehmen Arquimea ADS ist seit über 15 Jahren als Zulieferer von elektronischen Komponenten im Verteidigungssektor tätig. Mit der SHEPHERD-MIL ADVANCED produziert Arquimea bereits seit einiger Zeit eine auf autonome Überwachungsmissionen ausgelegten UAV mit überaus geringer Signatur. Auch die Entwicklung und Produktion von hoch entwickelten Avionik-Systemen ist für den spanischen Hersteller kein Neuland. Die Vorstellung der QLM-40 erfolgte jüngst auf der Madrider Fachmesse FEINDEF 2021.

Das kompakte 72 cm lange Wirkmittel mit einer Spannweite von 140 cm im ausgeklappten Zustand weist je nach Gefechtskopf ein maximales Fluggewicht von 4,2 kg auf. Die etwa zwölf Minuten Flugzeit erlauben eine Reichweite von knapp sechs Kilometer mit anschließender Verweilzeit zur Zielsuche bei einer maximalen Flughöhe von 1000 m. Über den Gefechtskopf ist nur bekannt, dass es unterschiedliche Sprengköpfe mit teilweise vorgefertigten Splitterelementen, sowie eine panzerbrechende Version mit Hohlladung zur Verfügung stehen. Gestartet wird die QLM-40 aus einem Rohr, welches auch als Packgefäß dient und von einem Soldaten in einem Rucksack mitgeführt, oder mit mehreren Starbehältern gleichzeitig auf Fahrzeugen eingerüstet werden kann. Die Zielsuche erfolgt über eine digitale Tagsichtkamera, dessen Bild in Echtzeit an den Bediener übermittelt wird. Optional ist auch eine Infrarotkamera verfügbar.

Die Vorstellung der Arquimea QLM-40 erfolgt zu einer Zeit, in der Loitering Munition eine international stetig steigende Bedeutung erfährt und eine kosteneffiziente Alternative zur Nutzung von konventionellen Lenkflugkörpern darstellt, welche für die Panzerabwehr optimiert sind. Gleichzeitig ermöglichen sie die Aufklärung und effiziente Bekämpfung von nicht direkt einsehbaren leicht- oder ungeschützten Zielen auch außerhalb der direkten Sichtline des Bedieners.

Kristóf Nagy