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B.E. Meyers & Co, Inc., ein US-Spezialist für militärische Ziel- und Waffenlaser, hat eigenen Angaben zufolge mit dem KIJI, einen leistungsstärksten, modularen, VCSEL-basierten Infrarot-Waffenlaser auf den Markt gebracht. Neben seiner Leistungsstärke soll der KIJI insbesondere durch eine extreme Kompaktheit überzeugen, die eher an eine kleine Waffenlampe als an ein Waffenlaser erinnert. Der neue KIJI Waffenlaser kann sowohl direkt an der Waffe als auch handgehalten oder an der Ausrüstung genutzt werden.

B.E. Meyers ist der Hersteller der Waffenlaser des Typs IZLID, MAWL, GLARE und BOARS. Einige davon sind auch bei den Spezialkräften der Bundeswehr in Nutzung. Der IZLID und MAWL sind die Standard-Infrarot-Waffenlaser der U.S. Spezialkräfte und der U.S. Army sowie der US-amerikanischen JTICs (Joint Terminal Attack Controller).

Der KIJI wird nach Aussagen des Herstellers in zwei Versionen angeboten werden. Bei beiden handelt es sich um einen Laser der Klasse 3R. Der KIJI K1-3° emittiert bis zu 150 mW und der KIJI K1-10˚ bis zu 350 mW. Beide Modelle verfügen über vier programmierbare Leistungsstufen und sind mit einem Strahlendiffusor ausgestattet, mit dem sich Strahlstärke und Divergenz schnell anpassen lassen, um in jeder Situation die beste Bestrahlungsstärke auf dem Ziel zu gewährleisten. Als mitgelieferter Zusatz werden KIJI K1-3° ein 10°-Diffusor und beim KIJI K1-10° ein 40° Diffusor angeboten, um die Flexibilität noch weiter zu erhöhen. So kann der Nutzer den modularen Infrarot-Strahler für eine Vielzahl von Einsatzszenarien verwenden – von der kurzreichweitigen Beleuchtung von Innenräumen bis hin zur Ausleuchtung von Hunderten von Metern auf einem Special Purpose Rifle (SPR) mit längerer Reichweite.

KIJI ist mit den meisten gängigen Weißlichtwaffenlampen (CR123-Größe) und -halterungen kompatibel und austauschbar. Damit bieten die Waffenlaser eine hohe Vielseitigkeit bei handgeführten, helm-, waffen-, fahrzeug- oder (bemannten/unbemannten) luftfahrzeugmontierten Anwendungen. Dieser Waffenlaser wurde gemäß Aussagen von B.E. Meyers so konzipiert, dass er mit den marktverfügbaren und durch den Nutzer bevorzugten Befestigungen oder Fernbedienungsoptionen einsetzbar ist. So müssen eingeübte Abläufe und Gewohnheiten nicht geändert werden.

Leistungstabelle der beiden KIJI Varianten. (Graphik: B.E. Meyers)

Die Programmierbarkeit ist eine Kernkomponente von KIJI, mit mehreren Intensitätseinstellungen und Moduskombinationen. So hat der Nutzer je nach Szenario die optimale Leistung auf Knopfdruck. Jedes Modell verfügt über vier Leistungsstufen und 32 Betriebsmodi, darunter:

  • 4 einfache Leistungsmodi, einer für jede der vier Leistungsstufen. Dies sind beim KIJI K1-3° PL1 (5 mW), PL2 (15 mW), PL3 (85 mW) sowie PL4 (150 mW). PL1 und PL2 entsprechen der Laserklasse 1, PL3 und PL4 der Klasse 3R. Beim KIJI 1-10° sind dies PL1 (6 mW), PL2 (15 mW), PL3 (85 mW) und PL4 (350 mW). Erst bei PL4 wird KIJI zur Laserklasse 3R.
  • 22 zyklische Modi für die schnelle Handhabung von zwei, drei und vier Ausgangsoptionen
  • 6 Umschaltmodi für den gezielten Wechsel zwischen zwei Ausgangsoptionen

Das Anzeigelicht (Indicator Light) zeigt dem Schützen an, ob sich KIJI im Einsatzmodus (ROT) oder Programmiermodus (BLAU) befindet. Zudem sind die KIJI K1 Lasergeräte mit einer Blendenabdeckung ausgestattet, die über einen eingebauten externen Diffusor verfügt. Die Kombination aus Blendenabdeckung und Diffusor dient dem Schutz des Laserfensters, und macht alle Ausgangs-PLs zur Klasse 1 (mit dem Diffusor, der mit dem jeweiligen Modell geliefert wird) und bietet dem Nutzer die Möglichkeit, die Strahlgröße des KIJI K1 durch Drehung oder wegklappen schnell zu ändern.

Als Stromversorgung dient eine einzelne 3V CR123-Batterie. Sobald die Batterie eingesetzt wurde, ist KIJI einsatzbereit. Es gibt keine entsprechende „ARMED“-Anzeige. Um das Gerät inaktiv zu machen, müssen die Batterien entfernt oder die Endkappe des Geräts abgeschraubt werden. Die Aktivierung des Lasers erfolgt entweder über das Gedrückthalten des Aktivierungsknopfs an der Endkappe oder über einen Taster als zur Dauerbeleuchtung. Laut B.E. Meyers funktionieren auch Fernbedienungsschalter oder -taster von Drittanbietern, die mit CR123-Waffenlampen der Surefire Serie 300 kompatibel sind. Laut Hersteller reicht eine CR123 für 4 Std. 15 Min. (KIJI-K1-03°) sowie 1 Stunde 12 Minuten (KIJI-K1-10°) jeweils bei voller und dauerhafter Leistung aus.

Die KIJI-Lasergeräte erfordern außer der routinemäßigen Reinigung, Schmierung und dem Austausch von O-Ringen nur sehr wenig Wartung durch den Benutzer. KIJI K1 kann bis zu 30 Minuten lang mit einer Tiefe von 1 m getaucht werden.

Nach Angaben des Herstellers unterliegen die Waffenlaser den EAR-Vorgaben für sogenannte Dual-Use-Güter und damit nicht den US-Rüstungsexportrichtlinien gemäß ITAR. In Deutschland werden der Vertrieb und die Wartung durch die LEONARDO Germany GmbH in Neuss wahrgenommen.

André Forkert