StartMobilitätKaufvertrag über 45 Boxer für Slowenien unterschriftsreif

Kaufvertrag über 45 Boxer für Slowenien unterschriftsreif

Gerhard Heiming

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Das slowenische Verteidigungsministerium hat die Verhandlungen mit der OCCAR für einen Vertrag über die Lieferung von 45 gepanzerten Transportfahrzeugen Boxer abgeschlossen. Die Unterzeichnung ist für die nächsten Tage vorgesehen. Das hat der amtierende slowenische Verteidigungsminister Matej Tonin bekannt gegeben.

Gegen die Unterzeichnung gibt es Widerstände, da nach der Parlamentswahl vom 23. April eine neue Regierung gebildet wird, der Tonin nicht angehören wird. Sein potentieller Nachfolger, Robert Golob, hatte gefordert, dass die abgewählte Regierung keine langfristig wirkenden Verträge abschließt.

Der Kaufvertrag mit einem Wert von 343 Millionen Euro enthalte neben der der Lieferung der Fahrmodule und Missionsmodule mit Bewaffnung auch ein logistisches Basispaket mit Dokumentation, Ausbildung, einem Ersatzteilpaket, Basiswerkzeug und Testausrüstung, teilte das Ministerium mit. Die Konfiguration entspreche den Vilkas genannten Boxern der litauischen Streitkräfte, die die mit dem unbemannten Samson II Turm, Spike LR-Panzerabwehrlenkflugkörpern und der amerikanischen 30-mm-Kanone vom Typ MK-44S-Bushmaster ausgestattet sind.

Der erste Boxer soll nach Angaben des Ministeriums 2023 geliefert werden, offensichtlich ein Nachweisexemplar, mit dem die Erfüllung der militärischen Forderungen überprüft werden soll. Die weiteren Fahrzeuge sollen 2024 (neun Stück), 2025 (22 Stück) und 2026 (13 Stück) geliefert werden. Slowenien will mit den neuen Fahrzeugen einen mittleren Gefechtsverband in Bataillonsstärke aufstellen.

Nach Großbritannien, Litauen und den Niederlanden ist Slowenien innerhalb von nur drei Wochen das vierte Land, das über die OCCAR Boxer bei der ARTEC, dem Joint Venture von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann bestellt bzw. bestellen will. Damit steigen die Boxer-Bestellungen um rund 295 Fahrzeuge auf nunmehr über 1.500 Fahrzeuge an. Für Deutschland stehen Bestellungen von rund 120 Boxern unterschiedlicher Konfiguration aus.

Gerhard Heiming