StartBewaffnungFN HiPer – die neue Dienstpistolengeneration von FN Herstal

FN HiPer – die neue Dienstpistolengeneration von FN Herstal

Jan-Phillipp Weisswange

Advertisement

Print Friendly, PDF & Email

Das belgische Rüstungsunternehmen FN Herstal aus Lüttich hat am 31. Mai 2022 seine neue Dienstpistolengeneration FN HiPer vorgestellt. Mit der 9-mm-Pistole reagiert FN Herstal auf die gegenwärtigen Anforderungen an Kurzwaffen für Streitkräfte und Sicherheitsbehörden.

Die FN HiPer ist etwa 180mm lang und wiegt mit leerem Magazin rund 730 Gramm. Es handelt sich um eine Pistole mit vorgespanntem Schlagbolzenschloss. Die Magazinkapazität liegt bei 15 Patronen. Die FN HiPer ist als Pistolenfamilie konzipiert. Die für die Nutzung optischer Visierungen vorbereitete MRD-Version (Mini Red Dot) verfügt über eine von FN patentierte Schnittstelle, die die Pistole mit den am häufigsten verwendeten Rotpunktvisieren für Pistolen kompatibel macht. Diese Version verfügt auch über eine höhere starre Visierung. Die FN HiPer wird derzeit in zwei Farbtönen angeboten: Schwarz und Erdbraun.

FN hat bei der Entwicklung seiner neueste Dienstpistole nicht nur bewährte und bekannte Konstruktionsmerkmale berücksichtigt, sondern auch eigene patentierte Funktionen eingebracht. Hierzu gehört bereits das klassische Kaliber 9 mm x 19, welches sich für die nächsten Jahrzehnte als Standard in dieser Klasse erwiesen hat. So haben mit den USA und Frankreich erst jüngst zwei bedeutende NATO-Partner ihre M320 bzw. PSA in diesem Kaliber beschafft.

Wesentliches Augenmerk lag auf der Ergonomie der Waffe, beispielsweise bei der Gestaltung des Griffstücks. So gaben die Lütticher Konstrukteure der FN HiPer den von der legendären „High Power“ bekannten relativ steilen Griffwinkel, dazu eine niedrige Rohrachse und sorgten für eine ausgewogene Gewichtsverteilung, um einen guten Kompromiss für den Komfort bei statischem und dynamischen Schießen zu finden. Die Waffe soll sich somit auch bei schnellen Folgeschüssen besser kontrollieren lassen.

Tiefe Handhabungsrillen vorne und hinten am Veschluss, drei austauschbare ergonomisch gestaltete Griffschalen und zahlreiche rutschfeste Flächen ermöglichen einen sicheren Griff beim Schießen, bei den Ladetätigkeiten und bei der Handhabung. Die Waffe lässt sich optimal an die Hand des Anwenders anpassen und eignet sich auch für Schützen mit kleinen Händen.

Standardmäßig verfügt die FN HiPer über einen neuen Abzugsmechanismus. Abzusgwiderstand und -weg lassen sich durch einen Waffenmechaniker auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers einstellen.

Der beidseitig bedienbare Verschlussfanghebel ist relativ weit hinten am Griffstück positioniert. Dies soll eine versehentliche Betätigung verhindern. Die Lütticher Konstrukteure designten ebenso den beidseitig bedienbaren Magazinhaltehebel neu. Somit kann der Schützen ohne den Griff zu verändern das Magazin wechseln und bleibt dabei im Ziel. Die beiden Hebel wirken unabhängig voneinander – bewegt sich der eine, bleibt der andere in Ruhestellung, so dass eine Blockade des Hebels durch die Hand des Schützen verhindert wird.

Die Pistole weist einen stabilen Metallrahmen und einen neuen Abzugsmechanismus auf. Zudem handelt es sich um eine gekapselte Konstruktion, um das Eindringen von Staub und Schmutz zu verhindern und für eine zuverlässige Funktion auch unter widrigen Bedingungen zu sorgen. Das von FN Herstal neu entwickelte Vollpolymer-Magazin aus neuen, sehr widerstandsfähigen Materialien soll eine lange Nutzungsdauer ermöglichen. Der Füllstand des Magazins lässt sich ablesen.

Die FN HiPer verfügt über alle gängigen Standardsicherheitsvorrichtungen wie Abzugssicherung, Schlagbolzensicherung und Schützensicherung (out of battery-Sicherung, die eine Schussabgabe bei nicht verriegelter Waffe unterbindet). Weiterhin lässt sich sich ohne Betätigung des Abzugs zerlegen und erfüllt somit die Vorgaben der deutschen Technischen Richtline für Polizeipistolen.

Die FN HiPer wurde komplett in Belgien entwickelt und wird auch dort gefertigt, womit die Dienstwaffe nicht den ITAR-Regularien unterliegt. Die Forderung nach „ITAR-Freiheit“ fand sich in den letzten Jahren des Öfteren in deutschen und europäischen Ausschreibungen.

Jan-Phillipp Weisswange