StartMobilitätSchwerer Transporthubschrauber: Vertragsschluss vermutlich erst 2023 möglich

Schwerer Transporthubschrauber: Vertragsschluss vermutlich erst 2023 möglich

Lars Hoffmann

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Der Abschluss eines Vertrages zur Lieferung des CH-47F Chinook als neuer Schwerer Transporthubschrauber (STH) der Bundeswehr könnte sich aus technischen Gründen bis ins kommende Jahr ziehen. Denn als nächster Schritt muss im Rahmen des Foreign Military Sales (FMS)-Prozesses das offizielle Vergabe- und Vertragsverfahren mit der US-Regierung gestartet werden. Dazu ist erforderlich, dass die Bundesregierung einen so genannten Letter of Request for a Letter of Offer and Acceptance (LOA) an die US-Seite schickt. Dieses sei noch nicht erfolgt, sagte Michael Hostetter, Vice President Defense, Space & Security von Boeing Deutschland, gestern bei der Vorstellung der deutschen Industriepartner von Boeing im STH-Projekt auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin.

Der Boeing-Manager geht davon aus, dass nach dem Eingang der deutschen Anfrage in den USA etwa sechs Monate zur Bearbeitung durch die US-Behörden und den Kongress zu veranschlagen sind. Damit könne es gut sein, dass die in Deutschland erforderliche parlamentarische Befassung mit dem LOA im ersten Quartal kommenden Jahres beginne.

Das Verteidigungsministerium in Berlin hatte am 1. Juni bekanntgegeben, den CH-47F beschaffen zu wollen. Nun muss die deutsche Seite den Letter of Request ausarbeiten, in dem oftmals detaillierte Anforderungen an die Beschaffung niedergelegt werden. Dazu soll es offenbar bereits Konsultationen zwischen den deutschen und US-Streitkräften geben.

Nach Angaben von Boeing sollen die einmal nach Deutschland ausgelieferten Chinooks auch vor Ort vollständig gewartet werden. Eine Überführung in die USA für solche Arbeiten sei damit überflüssig. Als Industriepartner stellten sich dafür gestern die Unternehmen AERO-Bildung, Airbus Helicopters, CAE, ESG, Honeywell, Lufthansa Technik sowie Rolls Royce Deutschland der Presse vor.

Aufgrund des frühen Stadiums der laufenden Gespräche sei gegenwärtig noch keine Prognose über die Auslieferungsdaten der Chinooks möglich, sagte Hostetter. Seinen Worten zufolge werden für den Bau einer Maschine rund drei Jahre benötigt. Damit dürfte nach gegenwärtigen Stand der früheste Liefertermin im Jahr 2026 liegen.

Lars Hoffmann