StartBewaffnungAutonome Artillerie-Raketensysteme im Kommen

Autonome Artillerie-Raketensysteme im Kommen

Die amerikanische Industrie hat zuletzt mehrere unbemannte selbstfahrende Artillerie-Raketensysteme vorgestellt. Raytheon meldete am 25. März, dass sein in Zusammenarbeit mit drei weiteren Rüstungsunternehmen entwickeltes autonomes System DeepStrike im Rahmen der jährlichen Project Convergence Experimentalveranstaltung erfolgreich drei Schüsse abgegeben habe. Das Trägerfahrzeug beruht dabei auf dem FMTV A2-Chassis von Oshkosh, das mit einem autonomen Fahrsystem von Forterra ausgestattet ist.

Neben DeepStrike von Raytheon (Titelbild) stellte Oshkosh sein System ROGUE Fires mit HIMARS-Modul vor.
Neben DeepStrike von Raytheon (Titelbild) stellte Oshkosh sein System ROGUE Fires mit HIMARS-Modul vor. (Bild: Oshkosh)

Eine ähnliche Kombination liegt auch Oshkoshs eigenem Remotely Operated Ground Unit for Expeditionary (ROGUE) Fires-System zugrunde. Dabei wird der JLTV-Antriebsstrang des Unternehmens von einer Forterra-Lösung gesteuert. Oshkosh stellte das Fahrzeug am 24. März auf dem AUSA Global Force Symposium mit dem Startmodul des HIMARS-Artillerie-Raketensystems vor, das sechs 227-mm-Flugkörper einschließlich der präzisionsgesteuerten GMLRS-Variante oder eine ballistische ATACMS-Rakete aufnehmen kann.

Mehr Artillerie-Raketensysteme mit weniger Personal

Schließlich gibt es noch den vom DEVCOM Aviation & Missile Center der U.S. Army selbst entwickelten Autonomous Multi-domain Launcher (AML), ebenfalls auf Oshkosh-Fahrgestell. Dieses ist verbunden mit dem „Joint Reduced Range Rocket“-Programm der Army, das die Feuerdichte der Streitkräfte durch zusätzliche Raketenmunition kürzerer Reichweite und den Einsatz zusätzlicher Plattformen mit geringem Personalbedarf erhöhen soll. Eine für dieses Programm von Raytheon entwickelte Rakete wurde nach Unternehmensangaben auch von DeepStrike bei Project Convergence Capstone 5 abgefeuert.

ROGUE Fires wiederum entstammt einer Forderung für das Navy/Marine Corps Expeditionary Ship Interdiction System (NMESIS) des U.S. Marine Corps. Im Rahmen der Reform des USMC für die mobile amphibische Kriegführung im Pazifikraum soll dies eine Plattform liefern, mit der schnell in Küstengebiete verlegbare Einheiten der Marines Schiffe auch über den Horizont hinaus bekämpfen können. Vorgesehen hierfür ist die Naval Strike Missile von Kongsberg.

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Dieselbe Plattform für den Einsatz der gemeinsamen Munitionsfamilie für die Artillerie-Raketensysteme M270 MLRS und M142 HIMARS (MFOM) zu nutzen, ist ein logischer Schritt, um sich auch an einer erwarteten Ausschreibung der Army für ihren Bedarf zu beteiligen. Damit setzt sich der Trend zu unbemannten Systemen in den Artilleriebereich fort. Neben der Reduzierung verwundbarer Positionen für menschliche Besatzungen dürften dabei auch demografische Entwicklungen eine Rolle spielen, die zunehmend zu Personalproblemen bei westlichen Streitkräften führen.

Redaktion/sab