StartStreitkräfteKampfpanzer K2 Black Panther: Weitere 180 Stück für Polen

Kampfpanzer K2 Black Panther: Weitere 180 Stück für Polen

Polen beschafft weitere 180 Kampfpanzer des südkoreanischen Typs K2 Black Panther von Hyundai Rotem. Das gaben beide Seiten am vergangenen Mittwoch bekannt. Bereits 2022 hatte Polen die gleiche Stückzahl geordert, die bis Ende dieses Jahres die 16. Mechanisierte Division ausstatten sollen. Insgesamt plant das Land 1.000 Fahrzeuge des Typs zu beschaffen, wobei die weiteren 820 in einer leicht geänderten Version mit der Bezeichnung K2PL unter Führung des Militärfahrzeugherstellers Bumar Łabędy in Polen produziert werden sollten. Dies soll nun allerdings vorerst nur bei 60 Stück der neuen Tranche geschehen.

Grund sind offenbar fehlende inländische Produktionskapazitäten und Meinungsverschiedenheiten über den Technologietransfer. Der jetzige Auftrag umfasst außerdem 80 Unterstützungsfahrzeuge. Der Wert wurde zunächst nicht mitgeteilt, dürfte sich nach südkoreanischen Medienberichten aber auf rund 5,5 Milliarden Euro belaufen. Die Beschaffung ist Teil eines umfangreichen Rahmenvertrags, der auch die Lieferung beziehungsweise Lizenzproduktion von Panzerhaubitzen des Typs K9 Thunder, Raketenartilleriesystemen K239 Chunmoo und leichten Kampfflugzeugen FA-50 Fighting Eagle umfasst.

K2 Black Panther: südkoreanische Eigenentwicklung

Der Kampfpanzer K2 wurde 2014 bei den südkoreanischen Streitkräften als Nachfolgemodell des von Chrysler (später General Dynamics Land Systems) entwickelten, aber im Land produzierten K1 aus den 1980er Jahren eingeführt. Während letzterer eine auf die Bedürfnisse Südkoreas angepasste Ableitung des amerikanischen M1 Abrams ist, ist der K2 eine Eigenentwicklung. Mit einem Gefechtsgewicht von 56 Tonnen ist er für einen heutigen Kampfpanzer eher leicht, was wie beim Vorgänger durch die Gelände- und Infrastrukturbedingungen des Landes bestimmt wurde.

Der Schutz soll daher etwa dem des Leopard 2 A4 entsprechen, dem er auch äußerlich ähnelt, teilweise ergänzt von Reaktivpanzerung. Er ist jedoch mit der ebenfalls von Hyundai entwickelten CN08 120-mm-Kanone mit 55 Kaliberlängen und Automatiklader mit 40 Schuss Munition bewaffnet, ergänzt von einem koaxialen 7,62-mm-Maschinengewehr mit 12.000 Schuss und einem Flugabwehr-MG mit 3.200 Schuss Kaliber 12,7 mm. Die Besatzung besteht daher nur aus drei Mann. Auch sonst handelt es sich um einen modernen Entwurf, der mit Feuerleit- und Kampfführungssystemen auf dem Stand der Technik ausgestattet ist.

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Modifizierte polnische Version

So verfügt er über ein automatisches Zielerfassungs- und -verfolgungssystem, Laser- und Radar-Feuerleit- und Warnsysteme, GPS, ein Freund-Feind-Kennsystem, umfangreiche Selbsttesteinrichtungen und einen integrierten Simulationscomputer, der vernetztes Training mittels virtueller 3D-Darstellung auf der Zugebene gestattet. Der Antrieb erfolgte anfänglich durch einen STX/MTU MT883 Ka-501 Dieselmotor mit 1.500 PS und Renk HSWL 295 TM-Getriebe, in späteren Produktionsserien durch einen Hyundai Infracore DV27K mit derselben Leistung, für den auch ein eigenes Getriebe SNT Dynamics EST15K entwickelt wurde.

Die Variante K2PL für Polen soll sowohl reaktive als auch Komposit-Zusatzpanzerung als auch Gitterpanzerung für die Fahrerposition, ein abstandsaktives Schutzsystem und ein Störsystem gegen Drohnen erhalten. Hinzu kommt eine ferngesteuerte Waffenstation für das 12,7-mm-MG. Geplant war auch ein vom Besatzungsraum isoliertes Munitionsmagazin, was sich allerdings ohne weitreichende Designänderungen an Turm und Rumpf nicht umsetzen ließ. Beim polnischen Heer ergänzt der kostengünstige K2 den amerikanischen M1 Abrams, von dem 116 in der Version A1 beschafft wurden und 250 weitere in der aktuellen Version A2 SEPv3 derzeit zulaufen.

Stefan Axel Boes