StartMobilitätErster Boxer aus heimischer Fertigung erreicht British Army

Erster Boxer aus heimischer Fertigung erreicht British Army

Das britische Heer hat das erste vollständig im eigenen Land produzierte gepanzerte Transportfahrzeug Boxer übernommen. Das Exemplar war bereits im Januar auf der auf der International Armoured Vehicles Conference (IAVC) präsentiert worden. Tatsächliche soll es sich um das erste inländisch gefertigte Panzerfahrzeug seit 2013 handeln, als die Produktion des Pionierpanzers Terrier auslief. Es ist Teil eines Investitionsprogramms in Höhe von sechs Milliarden Britischen Pfund (knapp sieben Milliarden Euro), mit dem das Heer bis 2030 außer 623 Boxern auch 148 modernisierte Kampfpanzer Challenger 3 erhalten soll.

Großbritannien war ursprünglich bereits 1996 zum damaligen deutsch-französischen Boxer-Projekt gestoßen. Sowohl Frankreich (1999) als auch die Briten (2003) stiegen jedoch später aus, um eigene Fahrzeuge zu entwickeln, während die Niederlande (2001) hinzukamen. Anders als die französische Alternative VBCI versackte das britische Future Rapid Effect System (FRES) jedoch in diversen Problemen und produzierte schließlich auf Umwegen den mit diversen Schwierigkeiten behafteten Spähpanzer Ajax auf Basis des österreichisch-spanischen Schützenpanzers ASCOD.

Auf verschlungenen Wegen zum Boxer

Für den Anteil eines Mehrzweck-Transportfahrzeugs von FRES wurden 2007 wiederum Boxer, VBCI und der Piranha V von General Dynamics European Land Systems getestet, die aber nur als Grundlage für eine den britischen Erfordernissen angepasste Variante dienen sollten. 2008 wurde der Piranha ausgewählt, aus Budgetgründen jedoch kein Auftrag erteilt. Das FRES-Programm wurde anschließend umstrukturiert, aber nicht wie geplant 2010 neu aufgelegt. Der Spähpanzer-Anteil wurde vielmehr mit dem Projekt zur Modernisierung des Schützenpanzers Warrior vereint und führte zu Ajax, während der Warrior unmodernisiert blieb.

Schließlich trat Großbritannien 2018 dem Boxer-Programm wieder bei und erteilte dem Herstellerkonsortium ARTEC 2019 einen Auftrag über zunächst 523 Fahrzeuge. 2022 wurde dieser um 100 aufgestockt, wobei die vorgesehene Verwendung des Typs zehn verschiedene Rollen umfasst. Nach letzten Berichten werden mindestens 96 Radhaubitzen RCH-155 hinzukommen. Für die britische Produktion mit ARTEC-Lizenz richtete das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall BAE Systems Land eine Fertigungslinie in Telford, Shropshire ein. Bis Ende des Jahres sollen die ersten 56 Fahrzeuge montiert sein.

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Stefan Axel Boes