StartTaktik & AusbildungSapad 2025: Russland und Belarus üben wieder gemeinsam

Sapad 2025: Russland und Belarus üben wieder gemeinsam

Erstmals seit der russischen Vollinvasion der Ukraine werden die Streitkräfte Russlands und Belaus‘ vom 12. bis 16. September wieder das eigentlich mittlerweile zweijährliche Manöver Sapad (West) abhalten. 2023 wurde die Übung abgesagt, die beide nominell als „Unionsstaat“ verbundene Länder zuvor seit 2009 im vierjährigen Rhythmus durchgeführt hatten. Mit 13.000 angekündigten Teilnehmern fällt der Umfang auch weit geringer aus als 2021, als mit rund 200.000 Mann das größte Manöver seit Sowjetzeiten stattfand.

Zudem sollen die Aktivitäten diesmal weitgehend auf Übungsgebiete bei Baryssau in Zentral-Belarus sowie Truppenbewegungen zwischen beiden Ländern beschränkt sein. Allerdings soll unter anderem auch der Einsatz der neuen russischen Mittelstreckenrakete Oreschnik geübt werden. Diese Waffe wurde im November vergangenen Jahres gegen das Industriegelände des Fahrzeug- und Weltraumkonzerns Juschmasch in der südukrainischen Stadt Dnipro eingesetzt. War dies noch eine Art Testschuss, soll die Rakete mittlerweile in Serienproduktion sein und demnächst in Belarus stationiert werden.

Sapad soll auch strategischer Abschreckung dienen

Dieser Übungsteil wurde vom belarussischen Verteidigungsminister Wiktar Chrenin zwei Tage vor dem Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit seinem US-Kollegen Donald Trump in Alaska zum Ukrainekrieg als Beitrag zur strategischen Abschreckung angekündigt. Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern waren in Europa ursprünglich durch den amerikanisch-sowjetischen INF-Vertrag von 1987 verboten. 2019 wurde er jedoch von Trump während seiner ersten Präsidentschaft gekündigt, da Russland mit dem Marschflugkörper 9M729 Novator des Iskander-Systems (NATO-Bezeichnung SSC-8 Screwdriver) gegen die Bestimmungen verstoßen habe.

Die Sapad-Manöver fanden bereits in der Sowjetunion statt. Seit 2009 werden sie gemeinsam von Russland und Belarus durchgeführt. Sie haben ihre Entsprechung in den Wostok-(Ost)-Übungen in der Pazifikregion, die zuletzt 2022 mit Beteiligung zahlreicher Partnerländer – insbesondere Chinas – stattfanden. Die NATO hält in diesem Jahr von August bis September wieder die Übungsserie Quadriga ab, bei der insbesondere die Unterstützung der Bündnispartner an den Grenzen zu Russland und Belarus trainiert wird.

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Stefan Axel Boes