Gerade erst hatte das britische Verteidigungsministerium den von langen Programmverzögerungen und technischen Problemen geplagten Spähpanzer Ajax endlich für einsatzbereit erklärt. Noch bevor der Monat vergangen war, hat die British Army nun die Nutzung vorerst für zwei Wochen ausgesetzt, nachdem beim Training erneut die bekannten Gesundheitsprobleme unter den Besatzungen auftauchten.
Britischen Medienberichten zufolge litten nach einem Manöver auf dem Truppenübungsplatz Salisbury Plain am vergangenen Wochenende insgesamt 31 Soldaten aus zwei verschiedenen Regimentern unter Symptomen wie Erbrechen und Zittern aufgrund von Lärm und Vibration der Fahrzeuge. Während die große Mehrheit davon weiter im Dienst ist, befinden sich einige weiterhin in medizinischer Behandlung.
Bereits rund 160 Ajax ausgeliefert
Verteidigungsminister Luke Pollard ordnete daraufhin „aus übergroßer Vorsicht“ den Einsatzstopp und eine Untersuchung an. Bereits während der Erprobung des Typs waren bei den beteiligten Besatzungen etwa Tinnitus und Hörverlust aufgetreten. Die Probleme scheinen umso unverständlicher, weil Ajax auf dem ASCOD 2 beruht, der Weiterentwicklung des seit über 20 Jahren im Dienst stehenden spanisch-österreichischen Schützenpanzers Pizarro beziehungsweise Ulan.
Spekuliert wird unter anderem über harmonische Schwingungen des Fahrzeugs in einem bestimmten Drehzahlbereich. Für das Verteidigungsministerium und Hersteller General Dynamics UK sind die neuen Berichte jedenfalls peinlich. Mittlerweile sind etwa 160 von 245 bestellten Ajax ausgeliefert. Hinzu sollen noch 244 weitere Fahrzeuge in fünf Varianten kommen: der Befehlspanzer Athena, der Mannschaftstransportwagen Ares, der Pionierpanzer Argus, das Reparaturfahrzeug Apollo und der Bergepanzer Atlas.
Stefan Axel Boes







