StartS&T+„Heimatschutz ist Kampf“ – Interview mit Generalmajor Henne

„Heimatschutz ist Kampf“ – Interview mit Generalmajor Henne

Mit Aufstellung der Heimatschutzdivision am 14. März 2025 wechselten die Heimatschutzkräfte von der bisherigen Unterstellung unter die Landeskommandos der Bundeswehr zum Heer. Am 1. Oktober 2025 wurde das vorläufig letzte von sechs Heimatschutzregimentern aufgestellt. Im Spannungs- und Verteidigungsfall sollen die Männer und Frauen mit dem grauen Barett – mit Masse Reservisten – kritische Infrastruktur und den Aufmarsch der NATO-Streitkräfte sichern. Soldat & Technik sprach mit dem Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne.

Generalmajor Henne im Gespräch mit Stefan Axel Boes, Chef vom Dienst von Soldat & Technik.
Generalmajor Henne im Gespräch mit Stefan Axel Boes, Chef vom Dienst von Soldat & Technik. (Foto: Bundeswehr/Michael Mey)

S&T: Herr General, waren Sie persönlich von dem kürzlichen Stromausfall in Berlin nach dem Anschlag auf eine Kabelbrücke betroffen?

Nein, ich war weder persönlich betroffen, noch waren wir hier im Kommando betroffen. Wir waren, als Berlin beim Landeskommando den Hilfsleistungsantrag gestellt hat, mit Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Denn als Truppenteile in Berlin wollen wir natürlich auch helfen.

S&T: Wie sah dieser Einsatz aus?

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Man muss dazu sagen, dass es ja das Technische Hilfswerk und die Stromnetzbetreiber gibt, die ihre Krisenpläne haben und von Beginn an dort gearbeitet haben. Es ging einfach darum, zusätzliche Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Das war hier das Verteilen von Betriebsstoff, das zur Verfügung stellen von Notstromaggregaten. Und wir haben die klassische Funktion übernommen und Essensrationen verteilt. Ich habe mir das angeschaut – es ist von den Berlinerinnen und Berlinern gut angenommen worden. Ich habe mir sagen lassen, es hat auch gut geschmeckt, aber ich wollte niemandem etwas wegessen.

S&T: Die Heimatschutzdivision ist im Spannungs- und Verteidigungsteil für den Schutz von verteidigungsrelevanter Infrastruktur zuständig. Also nicht für den Schutz jeder Kabelbrücke – aber wo ist die Abgrenzung von ziviler zu verteidigungsrelevanter Infrastruktur, gerade wenn wir Berlin als Hauptstadt und Regierungssitz nehmen?

Der Strom etwa in Grunewald ist sicherlich die Zuständigkeit des Landes Berlin. Die Stromversorgung hier in der Julius-Leber-Kaserne ist eine Zuständigkeit der Bundeswehr. Wir sind dabei, mit der zivilen Seite in verschiedenen Bundesländern zu erarbeiten: Was ist kritische Infrastruktur? Was ist verteidigungswichtige kritische Infrastruktur? Dann gibt es eine Prioritätenliste, und die wird abgearbeitet.