Zum mittlerweile dritten Mal haben US-Einsatzkräfte einen Öltanker auf hoher See geentert, der Anfang des Jahres mutmaßlich die amerikanische Seeblockade gegen Venezuela durchbrochen hatte. Nach der Mariner, ex Bella 1 am 8. Januar im Nordatlantik und der Aquila II am 9. Februar im Arabischen Meer war Ziel der Enterung am gestrigen Sonntag die zuletzt offiziell unter panamaischer Flagge fahrende Veronica III im Indischen Ozean mit Kurs Richtung Indonesien.
Wie im Fall der Aquila II war das automatische Identifikationssystem (AIS) des Schiffs unter dem eigenen Namen laut entsprechender Tracking-Seiten im Internet zuletzt Ende des vergangenen Jahres westwärts fahrend in der Ostsee aktiv. Fachportalen zufolge nutzte es vor Venezuela den bereits bekannten Alias-Namen DS Vector und sendete ein „Zombie-Signal“, das seine Position als nahe der westafrikanischen Küste angab.
Erneute Enterung per Hubschrauber
Auch die Bilder von der Enterung mittels Hubschrauber vom Typ Sea Hawk und Begleitung durch einen Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse ähneln sich. Als Rechtsgrundlage zitierten die USA erneut das Durchsuchungsrechts im internationalen Seerecht, das Marineschiffen kriegführender Parteien gestattet, die Nationalität und Ladung von unter neutraler Flagge fahrenden Schiffen auf Verbindungen zum Gegner zu überprüfen.
Die Veronica III stand bereits wegen Schmuggels von sanktioniertem iranischem Öl unter anderem nach China selbst unter amerikanischen Sanktionen. Einschließlich von vor Venezuela selbst aufgebrachten Tankern ist dies der neunte von laut US-Angaben mindestens 16 Blockadebrechern.
Stefan Axel Boes











