US-Spezialkräfte haben erneut einen Öltanker im Zusammenhang mit der amerikanischen Seeblockade Venezuelas auf hoher See geentert. Ziel war diesmal die offiziell unter panamaischer Flagge fahrende Aquila II etwa 200 Seemeilen vor der Küste Omans im Arabischen Meer. Nach Angaben der USA war das Schiff eines von mindestens 16 Tankern, die Anfang Januar venezolanische Häfen verließen und die Blockade durchbrachen, vermutlich unter dem Namen Cape Balder.
Im vergangenen Jahr hatten sowohl die USA als auch Großbritannien, die EU, Kanada und die Schweiz Sanktionen wegen Aktivitäten als Teil der mutmaßlichen russischen Schattenflotte gegen die Aquila II verhängt. Ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) war laut entsprechender Tracking-Seiten im Internet Anfang November westwärts fahrend in der Ostsee aktiv. Aktuell war sie vom Persischen Golf Richtung Singapur unterwegs. Wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte, sei man im Rahmen des Durchsuchungsrechts im internationalen Seerecht an Bord gegangen.
Start von Spezialkräfte-Unterstützungsschiff
Dieses gestattet Marineschiffen kriegführender Parteien, die Nationalität und Ladung von unter neutraler Flagge fahrenden Schiffen auf Verbindungen zum Gegner zu überprüfen. Bilder zeigen den Tanker in Begleitung eines amerikanischen Zerstörers der Arleigh-Burke-Klasse und mindestens zweier Hubschrauber vom Typ Sea Hawk, die unidentifizierte Spezialkräfte unter Deckung von Scharfschützen an Deck absetzen. Ein Video zeigt auch den Start der Hubschrauber vom Vordeck eines ungenannten weiteren Schiffs, vermutlich eine der beiden Expeditionary Mobile Bases (ESB) der Lewis-B.-Puller-Klasse zur Unterstützung von Spezialkräften.
Nach Angaben des Pentagons leistete die Besatzung des Tankers keinen Widerstand. Ob das Schiff beschlagnahmt wurde, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Es handelt sich um den achten Blockadebrecher, den die USA nach dem Verlassen Venezuelas aufgebracht haben. Unter anderem enterten sie am 8. Januar in einer spektakulären Operation die ehemalige Bella 1, nachdem diese mitten im Atlantik den Namen zu Marinera wechselte und von Guyana nach Russland umflaggte.
Stefan Axel Boes







