StartStreitkräfteIrankrieg: U.S. Marines entern iranisches Containerschiff

Irankrieg: U.S. Marines entern iranisches Containerschiff

U.S. Marines der 31st Marine Expeditionary Unit (MEU) haben im Rahmen der amerikanischen Blockade iranischer Häfen ein Containerschiff im Golf von Oman geentert. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) fing der Lenkwaffenzerstörer USS Spruance die unter iranischer Flagge fahrende Touska mit Ziel Bandar Abbas an der Straße von Hormus ab. Nachdem diese über einen Zeitraum von sechs Stunden Hinweise auf die Blockade ignoriert habe, habe der Zerstörer sie nach entsprechender Warnung durch Beschuss ihres Maschineraum mit seinem 127-mm-Geschütz gestoppt.

Anschließend gingen die Marines der 31st MEU an Bord. Der Verband hatte Ende März mit der amphibischen Kampfgruppe um den Amphibienträger USS Tripoli von Japan kommend das CENTCOM-Einsatzgebiet erreicht. Erwartet wird außerdem noch die 11th MEU mit der Kampfgruppe um die USS Boxer aus Kalifornien. Zusammen mit einer Brigade der 82nd Airborne Division und diversen in die Region verlegten Spezialkräften sollen die Marineinfanteristen US-Präsident Donald Trump Optionen für mögliche Operationen gegen die iranischen Inseln oder die Küste im Persischen Golf oder zur Sicherstellung der Bestände des Landes an hochangereichertem Uran geben.

Erster Einsatz von Marines bei der US-Blockade

Gegenwärtig gilt noch bis zum Mittwoch dieser Woche ein von Pakistan vermittelter Waffenstillstand zwischen den USA und Iran. Nachdem am vergangenen Donnerstag auf amerikanischen Druck auch eine zehntägige Feuerpause beim Vorgehen Israels gegen die pro-iranische Hisbollah im Libanon vereinbart wurde, wie vom Iran und Pakistan gefordert, erklärte das Regime in Teheran am Freitag die Öffnung der zuvor faktisch von ihm blockierten Straße von Hormus – allerdings nur für die zivile Schifffahrt und auf den von ihm vorgegebenen Routen.

US-Präsident Trump, der die Öffnung zunächst begrüßt und eine dauerhafte Einigung angedeutet hatte, erklärte anschließend, dass die als Reaktion verhängte US-Blockade nicht aufgehoben werde. Teheran wiederum wertete dies als Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, stritt einen Zusammenhang seiner Maßnahmen mit umfassenden Verhandlungen ab und nahm am Samstag seine eigene Blockade wieder auf. Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden beschossen mindestens ein indisches Schiff, das eine Passage versuchte.

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Der heutige Vorfall ist der erste, bei dem US-Streitkräfte ein iranisches Schiff gewaltsam aufgebracht haben. Trump hatte als Antwort auf die erneute Sperrung der Straße von Hormus weltweit mit solchen Maßnahmen gedroht. Die 295 Meter lange Touska war bereits seit 2022 von den USA sanktioniert. Nach Meldungen von Webseiten zur Schiffsverfolgung hatte sie zuletzt den malaysischen Hafen Port Klang und zuvor Zhubei in China angelaufen.

Stefan Axel Boes