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Bekommt die Bundeswehr ein neues, mobiles Mehrzweckfahrzeug für schweres Gelände? Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat bereits am 18. Oktober 2019 auf der europäischen Ausschreibungsplattform TED den Beginn des Teilnahmewettbewerbes für ein „Taktisches luftlandefähiges Utility Terrain Vehicle (LL-UTV)“ veröffentlicht. Die Ausschreibung gibt vor, dass der Bewerber Vertragshändler oder Vertragswerkstatt oder in einer anderen Form durch die Polaris Defence Inc. zertifiziert ist. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Ausschreibung – auch wenn dies so direkt nicht in den öffentlich zugänglichen Unterlagen steht – um einen Polaris MRZR-D4 handelt.

Die Ausschreibung wurde mittlerweile aufgehoben. Die Gründe dafür wurden nicht öffentlich kommuniziert. Aus gut informierten Kreisen heißt es, das Koblenzer Bundesamt wolle demnächst eine leicht modifizierte Ausschreibung für die LL-UTV veröffentlichen.

Das möglicherweise in Rede stehende Polaris MRZR wurde 2012 durch Polaris Industries erstmals öffentlich vorgestellt. Bereits 2013 wurde das Fahrzeug durch das US- Spezialkräftekommando (USSOCOM) im Rahmen des Light Tactical All-Terrain Vehicle-Programmes als leichtes taktisches Geländefahrzeug ausgewählt. Seitdem wird das Fahrzeug in einer vierstelligen Anzahl in unterschiedlichen Varianten in militärischen und polizeilichen Spezialkräften weltweit in 30 Ländern, unter anderem bei in der GSG 9 der Bundespolizei, eingesetzt. Nun hat auch die Bundeswehr Interesse an dem Fahrzeug geäußert.

Das Fahrzeug

Das als leichtes taktisches Geländefahrzeug für Spezial-, Expeditions- und leichte Infanteriekräfte konzipiert, basiert der MRZR (Military RZR) auf zivilen RZR-Fahrzeugplattformen des Unternehmens. Polaris nutzte für die Entwicklung seine im Off-Road-Bereich gesammelte Erfahrung. Ein Großteil der Fahrzeugkomponenten wird in der kommerziellen wie in der militärischen Sparte des Unternehmens verwendet. Der MRZR weist eine Teilekommonalität von über 90 Prozent mit den kommerziell gehandelten Polaris- Nutzfahrzeugen auf. Dies ermöglicht einen Rückgriff auf die weltweite Ersatzteileversorgung sowie das weitumspannende Servicenetz des Unternehmens und erleichtert so die Instandhaltung der Fahrzeugflotte im Einsatz.

Der Frachtraum einer CH-47 Chinook bzw. CH-53K King Stallion bietet Platz für bis zu zwei MRZR D-4 oder drei MRZR D-2. (U.S. Army / Patrik Orcutt)

Den MRZR gibt es wahlweise als Zwei oder Viersitzer (MRZR 2 und MRZR 4) jeweils in Benzin- oder Dieselvarianten. Die ursprünglichen MRZR für das USSOCOM waren mit Benzinmotoren ausgerüstet. Das erwies sich jedoch nicht als zweckmäßig, da diese Motoren nicht für die Single Fuel Policy geeignet waren und nicht mit militärischen Standardtreibstoff der US-Streitkräfte betrieben werden konnten. So wurde eine Turbodiesel-Variante des MRZR entwickelt und 2016 vorgestellt. Der neue Turbodiesel-Antrieb trug wesentlich dazu bei, den logistischen Aufwand für den Einsatz der Fahrzeuge zu senken und deren Reichweite zu steigern. Laut Polaris hat die Turbodieselmotor-Variante eine bis zu 80 Prozent höhere Reichweite als der Benziner.

Der wassergekühlte 4-Takt-SOHC-Dreizylinder-Turbodiesel hat 933 cc Hubraum und entwickelt eine Leistung von ca. 44 kW. Der Antrieb erfolgt wahlweise mit Zwei- oder Vierradantrieb (zuschaltbar). Die Fahrzeugmaße betragen in der viersitzigen Variante (L/B/H) 356 x 151 x 188 cm. Der Überrollbügel ist werkzeuglos klappbar. Somit lässt sich die Fahrzeughöhe, bspw. für den Innentransport in Luft- oder amphibischen Fahrzeugen, bei Bedarf weiter auf 152.4 cm reduzieren. Das Fahrzeug hat ein Leergewicht von ca. 953 kg und kann je nach Konfiguration zwischen vier und sechs Soldaten aufnehmen. Die Nutzlast des D-4 beträgt 680 kg. Optional kann auch ein Anhänger mit einer Anhängelast von 680 kg angekoppelt werden. Die hintere Stauraumbox (82 x 124,5 x 51,8 cm) kann Gepäck oder Ausrüstung mit einem Gesamtgewicht von 227 kg aufnehmen.

Technische Daten
MRZR D-2MRZR D-4
Motor4-Takt-SOHC-Dreizylinder-Turbodiesel
Treibstoffkapazität35,9 Liter
Hubraum933 cc
Leistung44 kW (60 PS)
AntriebZwei- oder Vierradantrieb
GetriebeAutomatik
Fahrzeugmaße (L/B/H)287 x 151 x 188 cm356 x 151 x 188 cm
Fahrzeughöhe mit eingeklapptem Überrollbügel152.4 cm
Radstand202 cm272 cm
Bodenfreiheit31,8 cm30,5 cm
Leergewicht856 kg953 kg
Nutzlast454 kg680 kg
Anhängelast680 kg
Transportkapazität·         2 bis 4 Soldaten bzw.

·         2 Soldaten und eine Verwundetentrage

·         4 bis 6 Soldaten bzw.

·         2 Soldaten und zwei Verwundetentragen

Stauraumkapazität (L/B/H)82 x 124,5 x 51,8 cm bzw. 227 kg
Die MRZR-Fahrzeugfamilie ist Luftlandefähig (mittels Lastenschirm) und lässt sich an verschiedene Einsatzszenarien anpassen. (Foto: U.S. Air Force / Janiqua P. Robinson)

Die MRZR-Fahrzeugfamilie ist luftlandefähig (mittels Lastenschirm) und lässt sich in verschiedene Einsatzszenarien einsetzen. Zur Ausstattung gehören eine geräumige Ladefläche, elektronische Servolenkung, Seilwinden, Überrollbügel, Lufttransport-Verzurrösen, Transportboxen und Tarnlicht. Der Frachtraum einer CH-47 Chinook bzw. CH-53K King Stallion bietet Platz für bis zu zwei MRZR D-4 oder drei MRZR D-2.

Das MRZR ist ein typischer Kompromiss zwischen den Auslegungsgrößen Mobilität, Gewicht und Schutz. Im Vordergrund standen hohe Transportgeschwindigkeit und – zu Gunsten strategischer und taktischer Mobilität – geringes Gewicht. Dies führte zum weitgehenden Verzicht auf ballistische Schutzelemente. Letzteres führte dazu, dass das Fahrzeug derzeit nur durch Spezialkräfte (USSOCOM in Syrien bzw. im Irak) ins Feld geführt wurde. Nutzung des MRZR in regulären Truppenteilen, wie bspw. der US-Army oder dem dem US-Marine Corps, sind außerhalb von Übungen – national und international – nicht dokumentiert. Industrieseitig wurden zwar Schutzelemente entwickelt, welche in den MRZR integriert werden können. Diese reduzieren aber die verfügbare, knappe Nutzlast und beeinflussen so auch die Mobilität negativ. Aus operationeller Sicht muss man sich entscheiden, ob man ein leichtes, schnelles und hochmobiles Fahrzeug will, das im Wesentlichen ohne Schutz auskommen muss (ausgenommen der persönlichen Schutzausrüstung des Soldaten) oder ob Schutz im Vordergrund steht. In diesem Fall kann man gleich auf ein Fahrzeug aus der Patrouillen-Klasse mit viel geringerer Mobilität zurückgreifen.

Der MRZR kann innerhalb der amphibischen Kampffahrzeuge des USMC transportiert werden. (Foto: U.S. Marine Corps / Manuel A. Serrano)

Das USSOCOM hat bereits einen Entwicklungsauftrag vergeben, mit dem die leichten Fahrzeuge zum Tragen einer Waffenstation mit Maschinengewehr, Granatwerfer und/oder Panzerabwehrrakete Javelin befähigt werden und einen besseren Schutz erhalten sollen. Gleichzeitig soll die Lufttransportfähigkeit noch weiter verbessert werden.

Eine Fußnote der Geschichte: Der unbefriedigende Kompromiss zwischen Schutz und Gewicht hat bei den deutschen Geschützten Funktions- und Führungsfahrzeugen (GFF) dazu geführt, dass bis heute in der GFF Klasse 1 kein Fahrzeug tatsächlich entwickelt wurde.

Varianten

Ursprünglich als leichtes luftbewegliches Einsatzfahrzeug für den Personentransport konzipiert, wird der MRZR mittlerweile in vielen unterschiedlichen Varianten eingesetzt.

Personentransport

Das Fahrzeug bietet Platz für bis zu zwei (D-2) bzw. vier Soldaten (D-4). Die Transportkapazität kann optional durch zwei nach hinten ausgerichtete Sitze auf bis zu vier bzw. sechs Soldaten erweitert werden. Im hinteren modularen Frachtraum (D-4) können je nach Nutzungskonzept zwei Sitze oder wahlweise zwei Verwundetentragen bzw. ein Einzelsitz und eine Verwundetentrage installiert werden. Die Sitze sind mit Vierpunktgurten mit Schnellverriegelung ausgestattet. Das Dach kann optional mit einem Stoffbezug ausgestattet werden.

logistische Unterstützung

Neben der Verwendung als Transportfahrzeug nutzt das US-Marine Corps (USMC) den MARZ D-4 auch als taktisches Betankungsfahrzeug (Tactical Aviation Ground Refueling System – TAGRS) in vorgeschobenen Betankungs- und Bewaffnungspunkten für Hubschrauber (Forward Arming and Refueling Point – FARP). Hierfür wird die gesamte Betankungsausrüstung samt Hydraulikpumpe in einem Anhänger mitgeführt, d.h. sie ist komplett eigenständig nutzbar und kann einfach an das Fahrzeug angehängt werden.

Das USMC nutzt den MARZ D-4 auch als taktisches Betankungsfahrzeug (Tactical Aviation Ground Refueling System – TAGRS). (Foto: U.S. Marine Corps / Tia D. Carr)

Die Rainer Diederich GmbH, Inhaber der exklusiven Vertriebsrechte für Polaris Defense Fahrzeuge in Deutschland, Österreich und der Schweiz, demonstrierte in Zusammenarbeit mit Airbus Helicopters auf dem 7. KSK Rüstungssymposium im September 2019 eine weitere Ausbaustufe des MRZR zum sogenannten Ground Support Vehicle (GSV).

Die GSV Variante des MRZR ist modular erweiterbar und kann Aufgaben im Rahmen der Betankung, (Kampf-) Beladung, Wartung und Instandsetzung ohne zusätzliche Infrastruktur wahrnehmen. (Foto: Airbus Helicopters)

Das GSV ist modular erweiterbar und kann Aufgaben im Rahmen der Betankung, (Kampf-) Beladung, Wartung und Instandsetzung ohne zusätzliche Infrastruktur wahrnehmen. Diederich und Airbus Helicopters haben für den MRZR spezielle Rüstsätze entwickelt, die sich mittels einer Schnelltrennkupplung in wenigen Handgriffen an das Fahrzeug an-/abbauen lassen und somit die unterschiedlichen logistischen Aufgaben erfüllen können. Im Bereich der Ladefläche  ist das GSV mit einem hydraulisch betriebenen 230VAC Stromgenerator ausgestattet, der um ein 28VDC-Element erweitert werden kann, das damit als Bodenstromaggregat dient. Weitere Module zur Betankung oder Wartung eines leichten Unterstützungshubschraubers können zusätzlich betrieben werden. Dank der Anhängerkupplung kann der Hubschrauber mit Schleppvorrichtung auf dem Flugfeld zum Schleppen „an den Haken“ genommen werden. Weiterhin lässt sich entweder ein Gabelstapler oder ein Lastenkran an der Fahrzeugfront anbringen. Der Flanschkran kann dank einer Hubkraft von 300 kg nicht nur Rotorblätter montieren, sondern u.a. Hauptgetriebe oder Triebwerke von leichten Unterstützungshubschraubern zum Wechsel anheben. Zusätzlich kann Missionsausrüstung wie zum Beispiel Bergewinde oder Fast-Rope Gestell damit seitlich am Hubschrauber überkopf leichter und sicherer montiert werden. Über den Gabelstapler-Anbau können Waffenanlagen positioniert und montiert oder Munitionskisten an Bord gehoben werden, neben der grundsätzlichen Fähigkeit palettierte und auch sperrige Ausrüstung und Material geländegängig zu bewegen.

Auch wenn das GSV von den Streitkräften noch nicht eingeführt wurde, gibt es bereits von der Industrie entwickelte Nutzungskonzepte. Airbus Helicopters verweist darauf, dass das GSV in Kombination mit dem Transportflugzeug A400M und dem international weit verbreiteten leichten Hubschrauber H145M eine passende Symbiose bildet und somit den logistischen „Footprint“ für den Einsatz von Spezialkräften in abgelegenen Orten verkleinert und den Einsatz damit erleichtert. Im Rahmen der Verladung bzw. Entladung kann das GSV dank seiner Werkzeugpalette als logistisches Mittel genauso genutzt werden wie auch im Zuge der Missionsvorbereitung. Nach der Entladung der Module steht das GSV wieder als Spezialkräftefahrzeug zur Verfügung. Bei vergleichsweise niedrigem Lufttransportvolumen und auch als Außenlast steht dem Einsatzplaner bis zum Einsatzende die Verwendung des GSV in unterschiedlicher taktischer und strategischer Nutzung als Transportmittel offen. Sollte bspw. ein geplanter Lufttransport nicht möglich sein, kann das GSV selbstverständlich im Landtransport genutzt werden.

Drohnenabwehr

Als dritte Variante nutzt das USMC den MRZR als Plattform für ein leichtes Drohnenabwehrsystem (Light Marine Air Defense Integrated System – LMADIS). Das System besteht aus zwei MRZR-Fahrzeugen, einem Führungs- und einem Sensor-Fahrzeug. Als Sensoren werden neben AESA-Luftüberwachungsradaren vom Typ RADA RPS-42 auch elektrooptische Kameras genutzt. Aufgeklärte feindliche Drohnen werden im Anschluss durch einen Störsender zum Absturz gebracht.

Das USMC nutzt den MRZR als Plattform für ein leichtes Drohnenabwehrsystem (Light Marine Air Defense Integrated System – LMADIS). (U.S. Marine Corps / Tawanya Norwood)

Das System ist einsatzerprobt und wurde Mitte 2019 dazu genutzt, eine iranische Drohne in der Straße von Hormus zum Absturz zu bringen. Dazu wurden die Fahrzeuge auf dem Flugdeck von Hubschrauberträgern (Boxerklasse) des USMC festgezurrt und so zur seegestützten „Behelfsdrohnenabwehr“ genutzt.

Die US-Air Force testet derzeit das erste laserbasierte Anti-Drohnen System auf einem MRZR. Das Hochenergielaser-Waffensystem verwendet die neueste Variante von Raytheons Multi-Spectral Targeting System (MTS) – einen elektrooptischen/Infrarot-Sensor – zur Erkennung, Identifizierung und Verfolgung der Drohnen. Die Ladung aus einer Standard 220-Volt-Steckdose ist für den wirksamen Einsatz ausreichend. Der dafür notwendige Generator ist ebenfalls am Fahrzeug montiert. Die Ergebnisse der Testphase waren ursprünglich für Ende 2020 erwartet worden.

Sensor- und Effektorplattform

Die MRZR wurden auf unterschiedlichen Fachmessen als Trägerplattformen für Waffen- und Aufklärungssysteme demonstriert. Diese Variante wurde noch nicht eingesetzt. Neben Sensormasten für elektrooptische Sensorik wurden auch unterschiedliche fernbedienbare Waffenstationen in das Fahrzeug integriert. Es wurden auch Panzerabwehrvarianten angekündigt, jedoch noch nicht öffentlich vorgestellt.

Weiterentwicklung

Einerseits werden neuer Missionsmodule auf Basis des MRZR entwickelt. Auch das Fahrzeug selbst wird stetig weiterentwickelt. Im Februar 2018 stellte Polaris mit dem MRZR-X ein Konzept für eine unbemannte Version des Fahrzeugs vor. Der Einsatz des MRZR-X erfolgt je nach Bedarf ferngesteuert, teilautonom oder vollautonom.

Mitte Dezember 2019 hat das UMSC mehrere Produktverbesserungen für die genutzte MRZR Flotte angekündigt. Zu den Verbesserungen gehören unter anderem die Verstärkung der Querlenker, neue Notlaufreifen, Unterbodenschutz, ein Straßenverkehrssatz, ein Kupplungsverbesserungssatz und ein Witterungsschutz.

  • Aufgrund des Einsatzes der Fahrzeuge in schwerem Gelände waren die ursprünglichen Querlenker häufig verbogen. Der neue Querlenker ist deutlich robuster als der ursprüngliche. Zusätzlich wurde die Bodenfreiheit um sechs cm erhöht und ein kräftigerer Unterbodenschutz angebracht.
  • Zum Einsatz kommen auch neue Reifen mit einer verbesserten Lebensdauer. In jedem auf der „Tireballs“-Technologie basierendem Reifen befinden sich 16 aufblasbare Zellen. Wird eine davon durch einen Dorn oder Nagel beschädigt, gibt es immer noch 15 weitere Zellen mit ausreichend Luft, um weiterzufahren. Neben den Tireballs wurden neue Reifen von BF Goodrich ausgewählt, die haltbarer sind als die vorherigen. Außerdem kommen sie besser mit den unterschiedlichen Untergründen zurecht und bieten eine bessere Leistungsfähigkeit.

MRZR Alpha

Das USSOCOM hat am 4. Juni 2020 Polaris beauftragt, im Laufe der nächsten sieben Jahre insgesamt 814 leichte taktische Geländefahrzeug (LTATV) in sieben unterschiedlichen Varianten auf Basis des MRZR Alpha zu liefern. Der Auftrag ist mit 97 Millionen Euro dotiert.

Nach Angaben des Unternehmens wird der MRZR Alpha auf einem neuen Fahrgestell realisiert und eine „völlig neue Art von leichten taktischen Fahrzeugen“ repräsentieren. Das Fahrzeug soll in allen Belangen leistungsfähiger als sein Vorgänger sein und darüber hinaus eine Aufwuchsfähigkeit für zukünftige Forderungen und Verbesserungen bieten. Genauere Details über das Fahrzeug wurden noch nicht vorgestellt. Im Zuge der LTATV-Ausschreibung wurde ein Fahrzeug mit folgenden Mindestanforderungen gesucht:

  • Dieselelektrischer Hybridantrieb mit einem max. Fahrzeuggewicht von 1.150 kg (Zweisitzer) bzw. 1.360 kg (Viersitzer).
  • Eine Einsatzreichweite von 320 km.
  • Befähigung zum Lufttransport im Innenraum von Transportflugzeugen, -hubschraubern und V-22 Kipp-Rotor-Flugzeugen.

Bedarf in der Bundeswehr

Die Bundeswehr strebt einen Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von sieben Jahren über die Herstellung und Lieferung von maximal 148 hochgelände- und luftlandefähigen ungeschützten, 4-sitzigen Einsatzfahrzeugen LL-UTV nebst Einbausatz zur Aufnahme eines beigestellten Wirkmittelwerfer sowie weiterer Bordausrüstung, Sonderwerkzeugsätzen, Ersatzteilerstbedarf und Dokumentation für jedes Fahrzeug. Die Mindestabnahme im ersten Los beträgt 65 Fahrzeuge, die restlichen sind eine Option. Beim Wirkmittelwerfer handelt es sich um das Schnellvernebelungssystem (Rapid Obscuring System) ROSY von Rheinmetall Defence.

Dem Vernehmen nach soll das Kommando Spezialkräfte (KSK) das erste Los mit rund 65 Stück erhalten. Erst mit weiteren Losen sollen auch Einheiten der spezialisierten Kräfte mit diesem Fahrzeug ausgestattet werden.

Waldemar Geiger und Gerhard Heiming